Aktien mit Qualität im Euro-Fokus

Die Europäische Zentralbank treibt Kapitalanleger mit der Politik des billigen Geldes aus Zinspapieren. Die Eintrittspreise an den Aktienbörsen steigen. Sechs Fondsmanager schildern ihre aktuellen Strategien und Favoriten.

Sandra Crowl, Carmignac

Die EZB kann ihre Maßnahmen noch ausweiten. Dies gilt angesichts der Wachstumsschwäche in den europäischen Staaten, in denen die Inflation zuletzt wieder ins Negative abgerutscht ist. Allerdings hat Mario Draghi wiederholt darauf hingewiesen, dass zusätzliche Zinssenkungen nicht erforderlich sein sollten. Stattdessen könnten sich die Währungshüter entscheiden, ihre Wertpapierkäufe auszuweiten und die Laufzeit dieses Programms zu verlängern.

Die bisher in Europa eingeleiteten Reformen waren nicht umfassend genug, um das Wachstum im Jahr 2016 nach oben zu treiben. Außerdem hat das Wachstum in Europa ja wegen eines mäßigeren Weltwirtschaftswachstums sowie einer Verschlechterung der Stimmungslage infolge eines zunehmenden politischen Risikos nachgelassen.Die Volkswirtschaften Skandinaviens profitieren von stärkeren Investitionsaktivitäten und – dank sehr niedriger Zinsen – von einem robusten Kreditwachstum.

Wir setzen nach wie vor auf defensive Themen. Dazu zählen Unternehmen aus den Segmenten Gesundheitswesen und Konsumgüter, die entweder ein kräftiges Wachstum oder aber hohe Dividenden bieten. Nachdem die Ölpreise bei rund 30 US-Dollar pro Barrel unserer Meinung nach nun eine Bodenbildung vollziehen, gibt es im Energiesektor zurzeit einige sehr günstig bewertete Anlagechancen. Derweil kann Gold angesichts der weltweit immer noch extrem lockeren Geldmarktpolitik innerhalb eines Portfolios eine gute Absicherung sein. Im Gegensatz dazu meiden wir den unter Druck stehenden Bankensektor sowie zyklische Industriezweige aber auch weiterhin. Aktien im Fokus sind: Shire, Novo Nordisk, SAB Miller.

Sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr steht Europa vor einer Vielzahl politischer Risiken. Die Spargegner sind auf dem Vormarsch wie die Europa-Skeptiker und die Populisten. Dadurch sind einige sowieso bereits instabile Regierungskoalitionen noch zusätzlich ins Wanken geraten. Die Gefahr eines Brexit sowie die wegen der Flüchtlingskrise sinkenden Beliebtheitswerte von Angela Merkel könnten sich im Hinblick auf die Zukunft der Europäischen Union als entscheidend erweisen. //




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