„Aktienfonds sind der Ausweg“

Deutschland – seit eh und je das Land der Dichter und Denker, aber auch der pfiffigen Kapitalanleger? Wohl kaum. Ein Interview mit Dirk Fischer, Geschäftsführer der Patriarch Multi-Manager GmbH.

Aktien oder Zinspapiere? Treffen die deutschen Anleger die richtige Entscheidung in dieser Frage?

Fischer: Eher nicht, die Aktienquote deutscher Anleger ist zu niedrig. Mit zuletzt 5,23 Billionen Euro verfügen die Bundesbür­ger über enorme Bruttogeldmittel und investieren diese seit Jahr­zehnten enorm festzinslastig. Die Aktienquote liegt bei nur 5,8 Prozent der Gesamtmittel, und auch Investmentfonds schneiden mit 8,5 Prozent kaum besser ab. Das Rennen machen Bar- und Sichteinlagen, Sparguthaben, Sparbriefe und Termingelder, er­gänzt um Lebensversicherungen und Bausparverträge. Bisher gab es auch bei Zinssätzen von vier oder fünf Prozent keinen Anlass zum Umdenken, doch diese Komfortzone besteht nicht mehr.

Welche Perspektive geben Sie dem Euro?

Fischer: Aktuell sind die Stimmen, die den Euro gefährdet sehen, wieder ein wenig verklungen. Auch wenn ein Scheitern des Euros nicht wahrscheinlich ist, sollte man nicht verdrängen, dass wir in den letzten 100 Jahren in Deutschland immerhin zwei Währungs­reformen erlebt haben. Stets waren die festverzinslichen Anleger die Verlierer eines solchen Währungsschnittes; Gewinner waren immer die Besitzer von Sachwerten – also auf die Börse bezogen die Aktionäre. Dies sollte man im Hinterkopf behalten.

Wie beurteilen Sie das Umfeld für deutsche Aktiengesellschaften?

Fischer: Die Unternehmen jubeln über das niedrige Zinsniveau. Nie konnten sich die Unternehmen langfristig auf so lukrativem Zinsniveau verschulden und daraus wichtige Investitionen in Maschinen, Forschung und Entwicklungen tätigen, die Basis für langfristiges Wachstum sind. Fehlende Inflation, wenig Wäh­rungsschwankungen und ein auskömmliches Wirtschaftswachs­tum in Deutschland beflügeln ebenfalls die Unternehmen. Gute Aussichten also!




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