Atempause am Immobilienmarkt

Bernd Leutner, Geschäftsführer bei F+B

Nach Jahren kräftig steigender Mieten verzeichnen Immobilienexperten eine Atempause für Wohnungssuchende. Im dritten Quartal stagnierten die Neuvertragsmieten im Bundesdurchschnitt gemessen am Vorquartal, wie der Immobilienspezialist F+B am Donnerstag in Hamburg mitteilte.

In einigen der 50 teuersten Städte Deutschlands habe es sogar Rückgänge gegeben, errechnete das Institut, das Daten für Mietspiegel erstellt sowie Städte und Gemeinden berät. So seien die Neuvertragsmieten etwa in Köln, Würzburg und Karlsruhe gemessen am zweiten Quartal gefallen. In Berlin, wo der rot-rot-grüne Senat die Mieten für fünf Jahre deckeln will, gab es ein Minus von 1,4 Prozent.

Die Daten legten eine allmähliche Marktberuhigung nahe, sagte F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner. Der schon im ersten Halbjahr gemessene Trend von leicht sinkenden bis stagnierenden Angebotsmieten setze sich fort – auch wegen der zunehmende Regulierung des Wohnungsmarktes. „Vermieter agieren bei neuen Verträgen angesichts der politischen Großwetterlage zurückhaltender“. Zudem wirke die verschärfte Mietpreisbremse dämpfend.

Mieter können nicht vollends aufatmen

Die Zahlen bedeuten aber nicht, dass Mieter vollends aufatmen können. F+B misst eine Stagnation der Neuvertragsmieten lediglich zum zweiten Quartal 2019. Gemessen am Vorjahresquartal ging es im Schnitt um weitere 0,7 Prozent leicht nach oben. Die Neuvertragsmieten bilden nur einen kleinen Teil des Immobilienmarktes ab, signalisieren aber die Richtung.

Die Bestandsmieten, die den Großteil des Marktes abbilden, kletterten von Juli bis September um 0,3 Prozent gemessen am Vorquartal und um 1,4 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal vergangenen Jahres. (dpa-AFX)




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