Auf dem Weg in die Zukunft

Es gibt viele Argumente für Investitionen in Iran, beispielsweise günstige Energiereserven, eine junge, gut ausgebildete Bevölkerung und hochwertige Institutionen.

Am 16. Januar 2016 kehrte der Iran endlich in das globale Finanz- und Handelssystem zurück, nachdem die lang erwartete Einigung in den Atomverhandlungen erreicht wurde. Effektiv wurden alle EU- und UN-Sanktionen mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Einige US-Sanktionen, die staatlich gesponserten Terrorismus betreffen, bestehen jedoch weiterhin.

Für den Iran wird es nun ganz einfach möglich sein, gleich mehrere Meilensteine zu erreichen. So kann beispielsweise der Öl-Vorrat von 30 bis 40 Millionen Barrel sofort auf den Weltmärkten monetisiert werden. Damit kommen zu den bisherigen Öl-Exporten auf einen Schlag 300.000 Barrel dazu, wir haben bis Jahresende 500.000 zusätzliche Barrel prognostiziert. 32 Milliarden Dollar eingefrorene Staatsaktien können ebenfalls herausgegeben werden, möglicherweise wird diese Zahl auf 100 Milliarden ansteigen. Nicht zu vergessen die Wiedereinführung von SWIFT-Transaktionen, die den Geschäftsverkehr iranischer Banken mit ausländischen Partnern ermöglichen.

Die Langzeit-Vorteile wird man in Form von ausländischen Direktinvestitionen und Portfolio-Investitionen sehen können. Das Ziel für Direktinvestitionen liegt bei 50 Milliarden US-Dollar jährlich — in einer Wirtschaft, in der das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zurzeit 400 Milliarden Dollar beträgt. Wir gehen davon aus, dass all diese Faktoren dazu beitragen, dass die Wirtschaft sechs bis acht Prozent pro Jahr über die nächsten zehn Jahre wächst. Bisher stieg das BIP um weniger als einen Prozent, unter einem der strengsten globalen Sanktions-Regimes.

Studentinnen der Universität von Teheran: Über 50 Prozent aller iranischen Studierenden sind weiblich.

Was den Business Case des Irans von Nachbarn und wirtschaftlich ähnlichen Ländern unterscheidet, ist die Struktur der Wirtschaft. Zählt man Öl und Gas zusammen, so verfügt das Land über die weltweit größten Reserven. Zusätzlich kommen über 40 Mineralrohstoffe wie Kohle, Salz und Kies und ungefähr 20 Metalle wie Kupfer, Eisen und Uranium vor. Dennoch macht der Energiesektor nur ungefähr zehn Prozent des BIPs aus.

Der Produktions- und Servicesektor sorgen für eine Vielzahl von Investmentmöglichkeiten außerhalb des traditionellen regionalen Energiesektors. Das bedeutet, dass das Wirtschaftswachstum nach dem Aufheben der Sanktionen und dem anschließenden Zufluss an Direktinvestitionen nicht nur durch die Attraktivität der Demografie des Landes getrieben wird, von 80 Millionen Menschen sind 51 Prozent unter 30 Jahren. Weiterer Wachstumsmotor ist das große Exportpotenzial an andere Länder der Region, die viel weniger diversifiziert sind.




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