Auf der Achterbahn

Auch in der vergangenen Woche haben politische Themen die Märkte bestimmt. Der Handelsstreit zwischen den USA und China schwelte weiter und auch das Ringen der EU-Mitgliedsstaaten um einen Kompromiss bei der Migrationspolitik beeinflussten die Kurse.

Der Handelskrieg stand in den vergangenen Tagen einmal mehr im Zentrum des Interesses und drückte die Aktienindizes stark nach unten. Gegen Ende des Halbjahres war an den Märkten eine sehr große Nervosität zu erkennen.

Auch wenn sich das Umfeld kaum verändert hat, erregen einige Ereignisse der vergangenen Woche Aufmerksamkeit. Beispielsweise war der Technologiesektor von dem Einbruch am Montag vor einer Woche so stark betroffen wie die übrigen Aktiensektoren – wenn nicht gar sogar stärker. Dies ist neu und durchaus nicht unerheblich. Einerseits werden sich die Anleger allmählich bewusst, dass eine Eskalation des Handelskrieges zwischen den großen Weltmächten auch für diesen Sektor auf Dauer schmerzhaft sein wird. Andererseits zeigen die massiven Abflüsse von den Aktienmärkten, dass manche Anleger allmählich beginnen, das Risiko zu verringern und nicht zu verlagern. Da der Technologiesektor insbesondere in den USA am stärksten angespannt ist, hat eine solche Dynamik der Kapitalströme einen mechanischen Effekt. Der Technologiesektor kann auf Dauer kein sicherer Hafen sein.

Überdies folgten auf wenig gehaltvolle Nachrichten sehr heftige Marktreaktionen. Am vergangenen Mittwoch verzeichneten Aktien nach moderateren Äußerungen von Donald Trump eine deutliche Erholung. Der US-Präsident sagte, er habe eine strengere Überwachung ausländischer „Raubtier“- Investitionen beschlossen, bezog sich jedoch nicht ausdrücklich auf China. Einige Stunden später widersprachen Mitglieder der US-Regierung dieser offensichtlichen Mäßigung. Dies gilt insbesondere für Larry Kudlow, den Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, der bestätigte, dass der US-Präsident mit den Antworten aus China „nicht zufrieden“ sei. In der Folge gaben die Märkte wieder nach.

Spät in der Nacht auf Freitag gelang der Europäischen Union nach intensiven Gesprächen eine Einigung in der Migrationskrise, die die Märkte ansteigen ließ. Eine in der Sache wenig bindende Einigung auf kleinstem Nenner. Auf Nachrichten, die mehr Fragen als Gewissheiten enthielten, folgten heftige Bewegungen.

Erwähnenswert ist zudem der „Konflikt“ zwischen Donald Trump und dem Motorradhersteller Harley- Davidson. Nach der Ankündigung von Zöllen durch die EU teilte der Konzern aus Milwaukee mit, einen Teil seiner Produktion aus den USA auslagern zu wollen. Via Twitter richtete der US-Präsident direkte Drohungen an den Hersteller. Neben diesem Halbstarken-Getue zeichnet sich ganz leicht der wachsende Widerstand eines Teils der US-Arbeitgeber ab, denen der Wunsch Donald Trumps nach  mehr Protektionismus ein Dorn im Auge ist. Dies sollte den US-Präsidenten in seinen Äußerungen besänftigen, zumal in den USA die Zwischenwahlen anstehen, die er ohne Aussicht auf eine Einigung in der Handelspolitik kaum wird gewinnen können.

Diese Woche wartet mit wichtigen makroökonomischen Daten auf (US-Einkaufsmanagerindex, Protokolle der Fed usw.). Hoffen wir, dass dann die wirtschaftlichen Fundamentaldaten wieder im Fokus stehen




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