Bau/Infrastruktur auf Rekordkurs – Fahrzeugtechnik belastet gesamte Gruppe

Dr. Johannes Schmidt, Vorstandsvorsitzender der INDUS-Gruppe

Die INDUS-Gruppe ist im ersten Halbjahr weiter gewachsen. In einem anspruchsvollen wirtschaftspolitischen Umfeld haben die Unternehmen ihren Umsatz um 3,8 Prozent auf 876,5 Mio. Euro (Vorjahr H1: 844,7 Mio. Euro) ausbauen
können. Dieser Umsatzanstieg wurde zu drei Vierteln organisch erwirtschaftet.

Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Segment Bau/Infrastruktur, das für 2019 bei Umsatz und Ergebnis auf ein Rekordergebnis zusteuert. Verschärft hat sich die Entwicklung im Segment Fahrzeugtechnik. Die Absatzrückgänge der großen Automobilhersteller wirken sich deutlich auf die Zulieferer aus. Aufgrund von anhaltenden Umsatzrückgängen, verbunden mit hohen Repositionierungsaufwendungen, ging in diesem Bereich das EBIT um 9,4 Mio. Euro zurück.

Das hat die Ertragslage der gesamten Gruppe belastet. So lag das operative Ergebnis (EBIT) mit 66,5 Mio. Euro um 9,7 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert (76,2 Mio.Euro). Die EBIT-Marge lag im ersten Halbjahr bei 7,6 % (Vorjahr 9,0 %). Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,52 Euro nach 1,76 Euro im Vergleichszeitraum.

Der operative Cashflow hat sich im ersten Halbjahr 2019 um 46,8 Mio. Euro gegenüber der Vergleichsperiode kräftig erhöht und beträgt 24,4 Mio. Euro. Ursache hierfür ist insbesondere ein deutlich verringertes Wachstum des Working Capitals. Hier zeigen sich bereits erste Erfolge des von der Holding im Rahmen zur Förderung der operativen Exzellenz initiierten Programmes zur Reduzierung des Working Capitals bei den Beteiligungen. Die geänderte Bilanzierung der Leasingverhältnisse trägt mit 10,2 Mio. Euro ebenfalls zur Verbesserung des operativen Cashflows bei. Im Durchschnitt der ersten sechs Monate 2019 wurden in den Unternehmen der INDUS-Gruppe 10.710 Mitarbeiter (Vorjahr: 10.579 Mitarbeiter) beschäftigt.

Bei Blick auf die einzelnen Segmente ergibt sich ein diversifiziertes Bild: Mit einem Plus von über 10 % erwirtschafteten die Segmente Bau/Infrastruktur und Maschinen- und Anlagenbau im den ersten sechs Monaten des Jahres wieder ein starkes Umsatzwachstum. Der Segmentumsatz im Bereich Bau/Infrastruktur konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,9 Mio. Euro auf 190,9 Mio. Euro gesteigert werden. Der größte Anteil des Wachstums entfiel auf den Bereich Klimageräte. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Umsatz überproportional um 20,9 % auf 27,8 Mio. Euro an. Das ist neues Rekordniveau.

Der Bereich Maschinen- und Anlagenbau wuchs ebenfalls stark um 25,2 Mio. Euro (+13,8 %) auf 207,5 Mio. Euro. Das Wachstum wurde insbesondere von den großen Anlagenbauern des Segments erwirtschaftet. Bei diesen Beteiligungen sind die Auftragsbücher gut gefüllt und die Auslastung ist bis weit ins Folgejahr gesichert. Bei kleineren Unternehmen des Segments ist mittlerweile eine Beruhigung der Nachfrage spürbar.

Das EBIT liegt mit 22,8 Mio. Euro leicht über dem Vorjahresniveau (22,6 Mio. Euro). Dass es im Verhältnis zum Umsatz nicht gleichermaßen wuchs, lag an wichtigen Großprojekten, die mit schwächeren Margen verbunden sind. Für die Zukunft konnten die Beteiligungen des Segments wieder Projekte mit höheren Ergebnisbeiträgen gewinnen. Seit Juni 2019 wird die neuerworbene Beteiligung MESUTRONIC im Segment Maschinen- und Anlagenbau einbezogen. MESUTRONIC gehört zu den Marktführern in der Metall- und Fremdkörperdetektion.

Das Segment Metalltechnik verzeichnete im ersten Halbjahr 2019 einen leichten Umsatzrückgang um -1,2 % auf 213,6 Mio. Euro, der durch den Bereich Hartmetallwerkzeuge und Bergbau verursacht wurde. Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 16,3 Mio. Euro um 6,2 Mio. Euro unter dem ungewöhnlich hohen Vorjahreswert. Das Segment ist exportintensiv, so dass die internationale Marktentwicklung starken Einfluss hat.

Das kleinste Segment Medizin- und Gesundheitstechnik entwickelt sich überaus erfreulich. Die Beteiligungen konnten im ersten Halbjahr 2019 den Umsatz um knapp 5 % auf 81,5 Mio. Euro steigern. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 8,3 % auf 9,1 Mio. Euro. Die EBIT-Marge des Segments stieg auf 11,2 % (Vorjahr 10,8 %).

Das viertgrößte Segment Fahrzeugtechnik leidet weiter unter dem Absatzrückgang der großen Automobilhersteller. Die OEMs konnten ihre Prognosen vom Jahresanfang nicht halten. Das führt zu einer wachsenden Zurückhaltung bei Investitionen, inzwischen auch bei Unternehmen „vor und nach der Serie“. Der Umsatz im Segment Fahrzeugtechnik sank demzufolge um 6,7 % auf 183,4 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit -5,1 Mio. Euro weit unter
dem Vorjahreswert.

Die Unternehmen des Segments konnten die Auswirkungen der schwierigen Marktlage und den weiterhin hohen Kostendruck durch Kostensenkungsmaßnahmen noch nicht kompensieren. Die beiden bekannten Repositionierungsfälle bei den Serienzulieferern verlaufen planmäßig, wirken sich aber deutlich auf das Ergebnis aus. „Da dieses Segment unmittelbar abhängig ist von den Entwicklungen im Automobilmarkt, rechnen wir Stand heute nicht mehr mit Verbesserungen bis zum Jahresende“, sagt Dr. Johannes Schmidt, Vorstandsvorsitzender der INDUS-Gruppe.

Vor dem aktuellen Hintergrund erwartet der Vorstand nunmehr für das Gesamtjahr bei stabiler Umsatzprognose ein operatives Ergebnis (EBIT) zwischen 152 und158 Mio. Euro, statt wie bisher geplant zwischen 156 und 162 Mio. Euro. In dieser Prognose bereits enthalten ist der im Juli angekündigte Verkauf einer Minderheitsbeteiligung. Dr. Schmidt: „Einer Eintrübung der wirtschaftlichen Lage begegnen wir gruppenweit mit der weiteren Verbesserung der Kostenstrukturen und der Fortsetzung unserer Initiativen zur operativen Exzellenz. Zudem achten wir darauf, dass wichtige Zukunfts- und Innovationsprojekte mit hoher Intensität fortgeführt werden.“




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