Bereitschaft für Erhöhung der Fördermenge gegeben

Nach einem Anstieg auf über 80 US-Dollar/Barrel am 22. Mai 2018 fällt der Brent-Ölpreis wieder. Das Erreichen dieser psychologischen Marke hat am Gesamtmarkt viele Fragen aufgeworfen. Nitesh Shah, Commodity Experte bei Wisdom Tree, versucht einige dieser Fragen zu beantworten.

Nach einem Anstieg auf über 80 US-Dollar/Barrel am 22. Mai 2018 fällt der Brent-Ölpreis wieder. Das Erreichen dieser psychologischen Marke hat am Gesamtmarkt eine Frage aufgeworfen: Ist die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) mit ihren Drosselungen zu weit gegangen?

Venezolanische Ölforderung ist rückläufig

Der jüngste Monatsbericht der Opec vom 12. Juni zeigt, dass die venezolanische Ölförderung rückläufig ist. Das Land produziert 580.000 Barrel weniger als seine zugeteilte Quote und hat den größten Beitrag zum Rückgang der gesamten Opec-Förderung geleistet. Dies ist auf die wirtschaftliche Implosion im Land zurückzuführen, mit der das Land zu kämpfen hat und die es davon abhält, seine Förderung zu steigern. Etwas mehr als die Hälfte der Opec-Mitglieder konnte im vergangenen Monat die Produktion steigern, angeführt von Saudi-Arabien mit einer Produktionssteigerung von 86.000 Barrel m-o-m. Da die Opec nach ihrem Treffen am 22. Juni einen weiteren politischen Wendepunkt erreicht hat, erwarten wir, dass Saudi-Arabien bei den Produktionssteigerungen führend sein wird, da das Land die meisten freien Kapazitäten zur Verfügung hat.

 

Abbildung 1: Brent Ölpreis
Quelle: Bloomberg, WisdomTree. Daten zum Handelsschluss am 30. Mai 2018, stündliche Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Anhaltspunkt für die künftige Wertentwicklung. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.

Nach dem Anstieg des Ölpreises auf 80 US-Dollar/Barrel waren die Opec und ihre Nicht-Opec-Partner gezwungen, ihre Strategie zu überdenken. Im Mai 2018 hatten die Ölpreise eine Spitze erreicht, nachdem die Förderung Venezuelas weiter rückläufig war und vom Markt allgemein erwartet wurde, dass das Damoklesschwert der – bei den Handelspartnern unbeliebten – extraterritorialen US-  Sanktionen gegen den Iran das Ölangebot verringern wird. 2014 hatte die Opec die Fördermenge erhöht, um kostenintensiven Produzenten wie den USA Marktanteile abzunehmen. Die Rückkehr zur Steuerung des globalen Outputs 2017 hat das 2014 vorhandene Problem wieder zutage gefördert: Die Opec verliert Marktanteile und damit Einnahmen aus dem Ölgeschäft.




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