Bewegung im Minensektor

Im vergangenen Monat waren drei wichtige Übernahmeangebote zu beobachten, die den Minensektor aufmischen würden. Die Basismetalle notierten zu Monatsende alle im negativen Bereich. Auch das jüngst so starke Aluminium (-7,8 Prozent) schloss im Minus. Martin Siegel, Experte für Rohstoffe bei Stabilitas-Fonds, kommentiert.

Der Rohstoffsektor erlebte im Juni einen durchwachsenen Monat und sendete widersprüchliche Signale. Gold beendete den Monat mit einem Minus von drei Prozent bei 1.237 US-Dollar pro Feinunze, was ein neues Jahrestief bedeutet. Silber musste in einem bis dahin positiven Monat in den letzten zehn Tagen einige Rücksetzer hinnehmen. Am Ende schloss das weiße Metall bei 16,11 US-Dollar pro Feinunze, was einem Minus von 1,8 Prozent entspricht. Lange sah es im Juni für Gold und Silber nach einem Ausbruch nach oben aus. Die zweite Monatshälfte hat diese Entwicklung aber wieder zunichte gemacht.

Industriemetalle im Minus

Platin und Palladium knüpften auch im Juni an ihren mittelfristigen Abwärtstrend an. Platin verlor auf Monatssicht 5,5 Prozent und schloss bei 852 US-Dollar knapp über einem neuen Jahrestief. Palladium beendete den Juni bei 955 US-Dollar – ein Minus von 4,3 Prozent. Es bleibt damit aber von seinem Jahrestiefstständen um 900 US-Dollar noch ein Stück weit entfernt. Die Volatilität bei Palladium bleibt etwas höher als bei Platin. Insgesamt sehen wir aber wenig neue Impulse bei den Industriemetallen.

Die Aktien der Minengesellschaften tendierten im Vergleich zu den Edelmetallen im Juni weniger stark nach unten. Es wird bei fallenden Preisen weniger wahrgenommen, aber die Aktien der Minengesellschaften bauen eine relative Stärke zu den physischen Edelmetallpreisen auf. Das ist ein positives Zeichen für die weitere Entwicklung. Zudem waren im vergangenen Monat drei wichtige Übernahmeangebote zu beobachten. Die nordamerikanische Arizona Mining, die ein Zink- und Silberprojekt entwickelt, soll für rund 1,9 Milliarden kanadische Dollar (C$) von South 32 Ltd. übernommen werden. Hinzu kamen Angebote für das kanadische Dalradian Ressources von Orion Mine Finance im Volumen von etwa 500 Millionen C$ sowie von Fortescue Metals für Atlas Iron im Volumen von etwa 300 Millionen US-Dollar. Der Umfang dieser Übernahmeangebote verdeutlicht, dass wieder mehr Bewegung in den Markt kommt.

Brent-Öl mit starkem Aufschwung

Die Basismetalle notierten zu Monatsende alle im negativen Bereich. Zink (-7,6 Prozent), Kupfer (minus fünf Prozent), Blei (-3,8 Prozent) und Nickel (-3,9 Prozent) musste Verluste hinnehmen. Auch das jüngst so starke Aluminium (-7,8 Prozent) schloss im Minus. Grundsätzlich bleibt die Korrelation zwischen dem energieintensiven Aluminium und dem Ölpreis erhalten. Es ist gut möglich, dass das Metall wieder zum kletternden Ölpreis aufholt.

Brent-Öl erlebte erneut einen starken Monat und nähert sich der Marke von 80 US-Dollar pro Barrel. Auf Monatssicht legte das schwarze Gold um 5,5 Prozent zu und notierte bei 79,44 USD. Während von den Metallen eher negative Signale ausgehen, was die Weltkonjunktur angeht, deutet die Ölpreisentwicklung auf das Gegenteil hin. Anleger sollten aufmerksam verfolgen, in welche Richtung das Pendel in den kommenden Wochen schwingt.

 




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