Bitcoins, das digitale Geld der Welt

Dezentral, Cashartig und Digital. Das sind die drei wichtigsten Schlagwörter, die Kryptowährungen wie Bitcoin beschreiben. Die Technologie hat enormes Potenzial, nicht nur als Währung.

Selten konnten Investoren innerhalb weniger Jahre so viel Wertsteigerung erleben. Ende 2012 lag der Wert eines Bitcoins noch bei zehn Euro, inzwischen hat er die 500-Euro-Marke deutlich überschritten. Diese rasante Preissteigerung ist allerdings auch mit deutlichen Schwankungen verbunden. So volatil wie diesen Sommer war der Bitcoinpreis zuletzt 2014. Nach starken Anstiegen im Mai und Juni und relativer Stabilität im Juli verlor der Kurs im August wieder über 20 Prozent. Die hohe Volatilität der vergangenen Monate darf jedoch nicht als Indiz irrationaler Spekulationen missdeutet werden.

Maximal 21 Millionen Bitcoins

Der Preisanstieg in der ersten Sommerhälfte lässt sich durch Angebots- und Nachfrageeffekte erklären. Bitcoins werden durch Rechenleistung „gemined“. So erhöht sich das weltweite Angebot. Im Schnitt löst ein beliebiger Rechner des Blockchain-Netzwerks alle zehn Minuten einen Block, der verschiedene Transaktionswünsche enthält. Die Transaktionen werden dadurch bestätigt und der Block wird der Blockchain hinzugefügt. Dafür erhält der schnellste Miner seit Juli nur noch 12,5 Bitcoins. Bis Anfang des Monats waren es noch 25 Bitcoins pro Block. Diese Angebotsverknappung findet alle vier Jahre automatisch statt und wird so schon Wochen im Voraus eingepreist. Gleichzeitig wird dadurch die maximal verfügbare Anzahl an Bitcoins auf 21 Millionen begrenzt.

Für die Kursverluste sorgte der Hackerangriff auf Bitfinex Anfang August, eine der größten Handelsplattformen für Bitcoin. Dabei wurden knapp 120.000 Bitcoins im Gegenwert von 72 Millionen US-Dollar gestohlen. Das ist der zweitgrößte Hack in der Geschichte von Bitcoin, nach dem Angriff auf Japans Bitcoinbörse Mt Gox 2014, bei dem über 744.000 Bitcoins im Wert von 350 Millionen Dollar entwendet wurden. Während die Transaktionen und die Blockchain an sich nicht manipuliert werden können, hängt die Sicherheit der eigenen Bitcoins davon ab, wie gut man seine Zugangsdaten sichert. Das Gleiche gilt für die Sicherheitsvorkehrungen der Handelsplätze.

Einweihung des ersten Bitcoin-Automaten Lissabons im Oktober 2014. An diesen Automaten kann man Euro in Bitcoins umtauschen.

Alles, was man braucht, um am Bitcoinnetzwerk teilzunehmen, ist ein Rechner oder ein Smartphone mit Internetanschluss. Ein Konto zu generieren ist einfacher, als ein Konto bei einer Bank zu eröffnen. Jeder Nutzer kann beliebig viele Konten generieren. Die öffentliche Kontonummer sowie den Private Key, den „Pincode“, kann man selbst wählen. Diese Informationen kann man auch auf Papier notieren und so sichern. Ein Bitcoin-Wallet, eine Geldbörse oder Konto für Bitcoins, erleichtert Transaktionen und das Sichern des privaten Schlüssels. Um Bitcoins zu überweisen, benötigt man nur eine Information, die Kontonummer des Empfängers.

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl an Bitcoin-Geldbörsen mit verschiedenen Sicherheitsgraden. So kann der Private Key online und offline gespeichert werden: auf der eigenen Festplatte, durch einen Webanbieter, in Papierform, in einer eigens für Bitcoin entwickelten Hardware-Geldbörse oder mit einem „multisig“-System, das mehrere Schlüssel verwendet, um das Konto zu schützen. All diese Formen haben Vor- und Nachteile, besonders im Hinblick auf schnelle beziehungsweise einfache Verfügbarkeit der Bitcoins und Sicherheit. Natürlich spielt auch die Verschlüsselung und Sicherung der Zugangsdaten an sich eine wichtige Rolle.




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