Corona-App: Freiwilligkeit ist Bedingung für Erfolg und Vertrauen

Jörg Droste, Cash.

Die Bundesregierung hat am heutigen Dienstag ihre Corona-App gestartet. Die App, die von den BVDW-Mitgliedern Deutsche Telekom und SAP entwickelt wurde, soll die Eindämmung des Coronavirus Covid-19 in Deutschland weiter unterstützen. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft und der AOK Bundesverband glauben, dass nur die Freiwilligkeit zur Akzeptanz und zum Erfolg in Deutschland führen werden.

Infektionsketten unterbrechen, Neuinfizierungen verhindern und potentielle Kontaktpersonen informieren: Die Corona-Warn-App der Bundesregierung soll die Eindämmung von Covid-19 weiter unterstützen. Der Digitalverband BVDW und der AOK Bundesverband begrüßen die Entwicklung und empfehlen, dass die Nutzung freiwillig bleiben sollte, um möglichst viel Vertrauen für das Produkt zu entwickeln.

Die Umsetzung der App betrachtet der BVDW als immens wichtig. Marco Junk Geschäftsführer Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.: „Wird die App sowie deren Nutzung vor einer eventuellen zweiten Welle optimiert und eingeübt, kann sie im Notfall die kommenden Maßnahmen sinnvoll erweitern. Die App unterstützt zudem über den ganzen Sommer hinweg ein stärkeres Bewusstsein in der Bevölkerung für Corona.“

Erste Prognosen besagen, dass weitere Ausbrüche vom Ausmaß der ersten Coronawelle verhindert werden können, wenn mindestens die Hälfte der Bevölkerung die App nutzt. Allerdings gibt es bisher keine vergleichbaren Erfahrungen.

Die Bundesregierung hat noch nie zuvor eine digitale Gesundheits-App für die gesamte Bevölkerung entwickeln lassen. Es ist beispielsweise unklar, wie sich Menschen verhalten, denen die App ein hohes Coronarisiko anzeigt.

Notwendig wäre dann, sich selbst zu isolieren, doch unklar ist, wie viele sich dann auch daran halten. Marco Junk: „Darum ist weiterhin die Aufklärung das Wichtigste. Um das Virus zu bekämpfen, müssen Behörden, Krankenkassen, Ärzte und Unternehmen weiterhin eng zusammenarbeiten.

Wir müssen die App und ihren Nutzen erklären und auch Ängste und Vorbehalte, beispielsweise Datenschutzbedenken, nehmen können.“ Es erfolgt laut Bundesregierung keine Speicherung und kein Versand von personenbezogenen Daten. Entsprechendes Vertrauen in die Corona-App soll eine bundesweite Werbekampagne schaffen.

Um den Effekt der Freiwilligkeit zu erhalten, weist der BVDW darauf hin, dass die App einen Auslauftermin erhalten sollte und nicht für andere Krankheiten, wie beispielsweise die Grippe, genutzt werden sollte.

Auch der Vorstandsvorsitzende des  AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, spricht von einem „zusätzlichen Instrument zur Infektionsbekämpfung“. Hygiene- und Abstandsregeln könne die Anwendung für das Smartphone nicht ersetzen. Litsch begrüßt die Einführung der Corona-Warn-App. „Je mehr Bürgerinnen und Bürger sich die App herunterladen, desto besser kann sie wirken. Gleichzeitig ist es aus Sicht der AOK aber wichtig, dass die Nutzung der App freiwillig ist und bleibt.“

Etwaige Lücken oder Bedenken einzelner Akteure gelte es zu berücksichtigen. Damit die App die notwendige Akzeptanz finde, sei ein breiter gesellschaftlicher Konsens nötig. Außerdem sollten alle Nutzer der App bedenken, dass Fehlalarme nicht ausgeschlossen seien. So sei es durchaus möglich, auch Kontakt zu Infizierten haben, ohne eine Warnmeldung der App zu erhalten – weil die infizierte Person die App nicht heruntergeladen oder ihre Bluetooth-Funktion nicht aktiviert hatte.




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