Das Beste aus zwei Welten

Die Anleihemärkte haben sich nach Ansicht von Lionel Pernias, Leiter Buy and Maintain London bei AXA Investment Managers, grundlegend verändert: Strengere Regulierungsvorgaben und gestiegene Kapitalanforderungen haben dazu geführt, dass die relevanten Market Maker deutlich weniger Anleihen halten als früher.

Die Anleihemärkte haben sich grundlegend verändert: Strengere Regulierungsvorgaben und gestiegene Kapitalanforderungen haben dazu geführt, dass die relevanten Market Maker deutlich weniger Anleihen halten als früher. Die Folgen bestehen in einer geringeren Liquidität und höheren Transaktionskosten. Die Auswirkungen dieses Wandels seien sowohl für aktive als auch passive Managementstrategien maßgeblich. Einen geeigneten Ausweg in diesem Umfeld bieten Buy-and-Maintain-Ansätze.

Marktilliquidität erschwert aktives Management

Bei einem aktiven Management-Ansatz spielen die Handelskosten eine entscheidende Rolle für die Erzielung von Alpha, also einer Rendite über die reine Marktentwicklung hinaus. Da sich selbst mit erfolgreichen Anleiheinvestments derzeit nur sehr wenig Rendite erwirtschaften lässt, ist es aufgrund der höheren Kosten immer schwieriger, ordentliche Erträge zu erzielen. Die Illiquidität der Märkte erschwere folglich ein aktives Management bei der Umsetzung von Strategien und mindere die damit verbundenen Erfolgschancen.

Unnötige Transaktionen belasten Wertentwicklung

Passive Strategien bieten in dieser Situation keine effiziente Lösung, da sie konstruktionsbedingt unnötige Transaktionen verursachen – wird der Handel teurer, geht dadurch Performance verloren. Denn ein passiver Indexfonds sei an eine Benchmark gebunden, die meist jeweils zum Monatsende hin angepasst werde. Zudem folge er einem regelbasierten Ansatz. Das bedeutet, er muss Fluktuationen nachbilden, wenn Anleihen in seinen Vergleichsindex aufgenommen werden oder herausfallen. Schätzungen zufolge verursacht dieser regelbasierte Ansatz bei einem typischen passiven Indexfonds jährlich rund 25 Basispunkte an unnötigen Transaktionskosten.

Buy-and-Maintain“ vereint Vorteile von aktivem und passivem Management

In diesem Umfeld stellen Buy-and-Maintain-Strategien eine gute Alternative dar und eignen sich insbesondere für Investoren, die mit den hohen Kosten des aktiven Credit-Managements sowie den Ineffizienzen passiver Indexstrategien in der Nachkrisenzeit unzufrieden sind. Trotz des Namens steht ‚Buy-and-Maintain‘ für eine sehr aktive und pragmatische Portfoliokonstruktion und Risikokontrolle, und der Ansatz ist keineswegs regelgebunden. Stattdessen vereint die Strategie die Vorteile von aktiven und passiven Management-Ansätzen und kombiniert so das Beste aus beiden Welten: Buy-and-Maintain-Strategien bieten einerseits die Einzelwertkompetenz und das Mehrwertpotenzial eines aktiven Credit-Prozesses und andererseits die geringen Kosten passiver Anlagen. Dabei werde die Herausforderung der strukturell niedrigeren Liquidität effektiv berücksichtigt, indem unnötige Portfolioumschichtungen nach Möglichkeit nicht stattfinden.

Mit diesem Ziel werden im Rahmen von „Buy-and-Maintain“ attraktive Qualitätsanleihen in das das Portfolio aufgenommen, um sie bis zur Endfälligkeit zu halten. Zudem wird auf ein gleichmäßiges Cashflow-Profil durch aufeinander abgestimmte Fälligkeiten geachtet. Wird ein stetiger Ertragsstrom erreicht, durch dessen Wiederanlage sich das Portfolio kontinuierlich erneuert, lassen sich neue Chancen nutzten und die gewünschten Portfolioeigenschaften langfristig erhalten, ohne dass ungewollte Transaktionskosten entstehen. Zudem sollten die für passive Strategien typischen Zwangsverkäufe vermieden werden: Ein Verkauf einer Anleihe sollte nicht automatisch erfolgen, wenn sie herabgestuft wird. Stattdessen sollten Kreditqualität oder Fälligkeit der Anleihe als Kriterien dafür gelten, den Titel im Portfolio zu behalten.




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