Das politische Risiko für den Gesundheitssektor

Christophe Eggmann, GAM

Das Jahr 2020 ist in den USA ein Wahljahr. Aus den Vorwahlen am 3. März, dem sogenannten «Super Tuesday», ging Joe Biden als der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Demokraten hervor. Für den Gesundheitssektor stellt dies im Hinblick auf das politische Risiko ein positives Ergebnis dar. Die Covid-19-Krise zeigt, wie wichtig es ist, in Sachen Innovation an der Spitze zu bleiben. Nach unserer Einschätzung wäre jedes US-Gesetz, das Innovationen untergräbt, als kurzsichtig einzustufen.

Insgesamt konnten Unternehmen aus dem Gesundheitssektor ihren Betrieb weitestgehend aufrechterhalten. Dabei gab es mit Ausnahme des Teilsektors für medizinische Geräte und Ausrüstung, der unter dem Aufschub von nicht lebensnotwendigen operativen Eingriffen leidet, kaum Betriebsstörungen. Große Pharmaunternehmen können sich ebenfalls gut behaupten – für den überwiegenden Teil dieser Unternehmen läuft das Geschäft mehr oder weniger ungestört weiter. Fusionen und Übernahmen kamen weitgehend zum Erliegen. Obwohl dies derzeit kleinere Biopharmaaktien belastet, wird es unseres Erachtens zu einer Wiederaufnahme der Branchenkonsolidierung kommen.

Das von Gilead hergestellte Medikament Remdesivir dürfte noch für eine ganze Weile der einzige potenziell wirksame Wirkstoff gegen Covid-19 sein – zumindest so lange, bis ein Impfstoff entwickelt ist. Im Erfolgsfall könnte Remdesivir die Zuversicht der weltweiten Bevölkerung, die sich nach der Rückkehr zu einer normalen Lebensweise sehnt, erheblich stärken und die Stimmung verbessern. Derzeit laufen einige wichtige Studien zu Remdesivir, einschließlich einer entscheidenden placebokontrollierten Studie, deren Ergebnisse voraussichtlich im Mai veröffentlicht werden. Bis dahin müssen wir uns weiter in Geduld üben.




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