Das Rückgrat der Wirtschaft

Wie geht man die Herausforderungen moderner Urbanität an? Wie entwickeln Städte ihre Dienstleistungen mithilfe neuer Technologien weiter, um den Bedürfnissen ihrer Einwohner zu entsprechen? Wie bauen wir die Städte der Zukunft?

Um Städte bauen zu können, die den Herausforderungen moderner Urbanität gewachsen sind, muss eine Regierung wissen, was gebaut, wie es gebaut und wie dafür bezahlt werden soll. Sie muss ihre Ressourcen bei Recherche, Entwicklung sowie innovativen Technologien, Materialien und maschineller Ausstattung ausschöpfen, um Antworten auf diese Fragen zu finden.

Kanada erlebt derzeit eine Renaissance seiner Infrastruktur. Alle Regierungsebenen wollen während der nächsten Dekade zusammen mehr als 800 Milliarden Dollar investieren. Die Voraussetzungen dafür stimmen, da sich die Regierung mit verlässlicher Finanzierungs- beziehungsweise Beschaffungspolitik verpflichtet hat, das Geld auszugeben. Kanada ist global führend bei der Auftragsvergabe für Infrastrukturprojekte. Es gibt diesbezüglich mehrere lokale Kompetenzzentren, die sich mit der Thematik beschäftigen, wie Infrastructure Ontario and Partnerships BC und die kürzlich gegründete Canada Infrastructure Bank. Interessierten Investoren wie Kreditgebern, institutionellen Anlegern, Bauträgern oder Designfirmen bieten sich dadurch viele Gelegenheiten, in die großen Infrastrukturprojekte Kanadas zu investieren. Institutionen wie die Canada Infrastructure Bank sind erste Anlaufstellen, die sich darum bemühen, neue Investoren für diese Projekte zu gewinnen und den Geldfluss anzuregen.

Staatliche Investitionen in die Infrastruktur

Das ist auch dringend notwendig, denn ähnlich wie in vielen anderen Nationen altert die Infrastruktur in Kanada. Sie befindet sich in einer prekären Lage und benötigt signifikante Instandhaltungsmaßnahmen. Dafür gibt es viele Gründe, etwa historische Finanzierungsdefizite, unkoordinierte Projektpläne sowie die Auswirkungen des Klimawandels mit extremen Wetterlagen wie Tornados, Springfluten und Eisstürmen.  Die öffentliche Infrastruktur ist seit Langem das Rückgrat der kanadischen Wirtschaft; sie schafft Arbeitsplätze, transportiert Güter und bietet Örtlichkeiten für Regierungsinstanzen und Sozialdienstleistungen, die von den Einwohnern benötigt werden. Mit dem Geld, das die Regierung in die Infrastruktur investiert, ist es leicht, sich auf existierende Probleme zu konzentrieren und sich darauf zu beschränken, den wachsenden Rückstand aufzuholen.

Die Führungseliten einer Gesellschaft müssen sich jedoch nicht nur damit beschäftigen, was eine Gemeinschaft heute benötigt, sondern was sie in Zukunft brauchen wird. Eine Nation ist auf eine zukunftsweisende Infrastruktur angewiesen, die Individuen und Gemeinschaften miteinander verbindet. Intelligente Städte beispielsweise sind nur mit einer nachhaltigen, flexiblen und widerstandsfähigen Infrastruktur möglich.  Die kanadische Regierung treibt ihre Finanzierungspläne mit Erfolg voran und schrieb kürzlich einen nationalen Wettbewerb aus, die „Smart Cities Challenge“. Sie steht allen Stadtverwaltungen, indigenen Gemeinschaften und lokalen beziehungsweise regionalen Regierungen o en. Der Gewinner dieses Wettbewerbs erhält ein Preisgeld von 50 Millionen Dollar.

Zukunftsweisende Technologien

Die Regierung hofft, dass der Wettbewerb lokalen Kommunen dabei helfen wird, sich mit Problemen vor Ort zu beschäftigen und einen eigenen Smart-City-Ansatz zu entwickeln. So soll unter anderem mithilfe von Datennutzungs- und Vernetzungstechnologien die Lebensqualität der Einwohner verbessert werden. Im Zuge der Herausforderung sind die jeweiligen Kommunen gezwungen, unkonventionell zu denken. Sie können sich nicht darauf beschränken, an bestehenden Schwachstellen herumzubasteln. Ein hoher Lebensstandard, die Förderung einer gesunden Lebensweise, öffentliche Sicherheit, Umweltschutz und Mobilität sind Bereiche, die von intelligenter Infrastruktur profitieren können. Mit Wettbewerben wie der Smart Cities Challenge sollen Kommunen ermutigt werden, Ansätze zu finden, von denen die Infrastruktur profitiert.

Bis vor Kurzem war die kanadische Infrastruktur für Regierung und Einwohner eher nebensächlich. Das war auch der Grund, warum Ausgaben für die Infrastruktur in wirtschaftlich schwierigen Zeiten meist als erste reduziert wurden, oft zgunsten kurzfristiger Sozialdienstleistungen und Regierungsmaßnahmen.  Während der globalen Konjunkturschwäche in den Jahren 2008 und 2009 konnte Kanada viele negative Auswirkungen abfangen. Das lag nicht nur am gesunden Bankensystem und der starken Finanzregulierung, sondern auch an der kontinuierlichen Finanzierung der Infrastrukturentwicklung und des Verkehrswegenetzes. Investitionen in die öffentliche Infrastruktur fördern erwiesenermaßen Entwicklung und Wachstum einer Volkswirtschaft.




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