DAX kann wieder durchatmen

Martin Chmaj, Chefanalyst GKFX

Nach einem desaströsen Börsenmonat Mai haben die Marktteilnehmer in der letzten Woche den Indizes erneut auf die Beine geholfen. Die Märkte konnten mal wieder beeindruckende Gewinne verzeichnen, der DAX legte binnen der vergangenen fünf Handelstage 2,7 Prozent zu. Die positive Stimmung wurde durch Kommentare der US-Notenbank unterstützt – sollte eine globale Rezession bevorstehen, könnte es zu einer Zinssenkung kommen. Auch in Europa gab es geldpolitische Neuigkeiten. Am Donnerstag hat die EZB erwartungsgemäß den Leitzins bei null Prozent belassen, der Zeitpunkt der Anhebung wurde auf frühestens Mitte 2020 verschoben.

Charttechnik

Der deutsche Leitindex hat es geschafft sich an der Marke von 11.600 Punkten zu stabilisieren und im Anschluss die Konsolidierungsbewegung einzuleiten. Dennoch müssen wir weiterhin wachsam sein und aufgrund der aktuellen Charttechnik die Short-Seite favorisieren. Warum diese vorsichtige Haltung? Die Antwort liegt ganz klar auf der Hand – der Abwärtstrend auf der Tagesebene dominiert zweifelsohne das Geschehen.

Sollte es den Anlegern gelingen die Erholungsphase zum Wochenbeginn fortzusetzen, sehe ich den finalen Anlaufpunkt auf der Oberseite bei 12.317 Zählern. Spätestens hier müssten die Shorties erneut angreifen und den Abverkauf forcieren. Misslingt ihnen allerdings dieses Unterfangen und der Kurs springt signifikant über das besagte Niveau bei 12.317, würde sich der Abwärtstrend ganz schnell in Luft auflösen.

Trading-Idee

Man kann natürlich versuchen, sich den vorherrschenden Aufwärtstrend auf der Stundenebene zunutze zu machen, um so von der weiteren Bewegung zu profitieren. Ich empfehle auf einen Rücksetzer bis in den Bereich von 11.910 zu warten, um dann tief aus der Korrektur heraus einen Einstieg zu wagen. Rutscht der Kurs unter dieses Level, wäre das Long-Szenario dahin und wir müssten geduldig auf eine neue Trendbewegung in Richtung Süden warten.

CAD/JPY-Update

Wir haben die restliche Position beim CAD/JPY geteilt und somit eine Hälfte per Bewegungshandel und die andere Hälfte per Trend/Tag verwaltet. Nach der gestrigen Eröffnung wurden wir ausgestoppt – der Stopp beim Bewegungshandel lag bei 81,70. Der Grund für das Zurücksetzen des Stopps ist relativ simpel. Wir befanden uns in den Innenstäben und somit musste der Stopp korrekterweise auf die 81,70 gelegt werden. Die übrige Size wird nun bei 82,82 abgesichert.

Gold: Und plötzlich steigt der Goldpreis!

Lange Zeit hat das Edelmetall vor sich hin gedümpelt. Doch in den letzten Tagen hat sich das plötzlich verändert. Der Kurs durchbrach deutlich die psychologisch sehr bedeutende 1.300-Dollar-Marke und nahm im Anschluss richtig Fahrt auf. Eine Feinunze kostete am letzten Freitag 1.340 US-Dollar. Das waren satte 60 USD mehr im Vergleich zum Vormonat.

Charttechnik

Nun scheinen aber die Rohstoff-Spekulanten ihre Gewinne zu realisieren und somit eine Korrektur herbeizuführen. Charttechnisch fällt deutlich auf, dass das letzte Hoch bei 1.346 USD als schwere Hürde einzustufen ist. Bevor ein erneuter Angriff gestartet werden kann, ist ein Rücksetzer bis 1.300 Dollar durchaus realistisch.

Trading-Idee

Untergeordnet empfehle ich die Short-Seite beiseite zu legen und auf einen neuen Trend in Richtung Norden zu warten. Eine schöne Long-Umkehrkerze ab dem 1.300er Level kann ebenfalls zum Einstieg genutzt werden.

 




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