Der Computer kennt keine Emotionen: rational investieren in einem volatilen Marktumfeld

Von Leo Willert, CEO und Head of Trading bei ARTS Asset Management

Der Börseneinbruch infolge der Corona-Krise stellt Investoren vor große Herausforderungen. In derartig extremen und volatilen Zeiten ist es selbst für erfahrene Anlageprofis schwer, die Nerven zu bewahren und die weitere Marktentwicklung einzuschätzen. Panikverkäufe und Verluste beherrschen den Markt und fundamentale Kriterien scheinen nahezu keine Rolle mehr zu spielen. In solchen Zeiten einen kühlen Kopf zu bewahren, scheint fast unmöglich. Werden Handelssysteme hingegen von Algorithmen gesteuert, werden alle Investmententscheidungen emotionslos und rein quantitativ getroffen. Durch ein regelbasiertes Risikomanagement werden risikoreiche Anlageklassen konsequent abgebaut und in defensivere Bereiche umgeschichtet.

Der Computer überwacht den Markt rund um die Uhr

Die Anlageentscheidungen eines Computers werden im Gegensatz zu denen eines menschlichen Fondsmanagers immer emotionslos ohne „Wenn und Aber“ umgesetzt. Dadurch ist gewährleistet, dass erfolgreiche Handelsregeln auch in stressigen Börsenzeiten konsequent verfolgt werden.  Der Computer verfügt zudem über die erforderliche Rechenleistung, Daten in kürzester Zeit auszuwerten und somit fundierte Anlageentscheidungen auf der Grundlage einer viel breiteren Datenbasis zu treffen.

Verfolgt der Fondsmanager eine Momentumstrategie, werden die Daten von Wertpapieren, zum Beispiel von Aktienfonds, nach der Dynamik ihrer Kurszuwächse („Momentum“) analysiert. Die Idee dahinter: Sektoren und Regionen, die in der jüngeren Vergangenheit die relativ stabilsten Aufwärtstrends im Vergleich zu anderen Assets gezeigt haben, zählen mit einer erhöhten statistischen Wahrscheinlichkeit weiterhin zu den Top-Performern. Das regelbasierte technische Handelssystem investiert in diese Top-Performer. Die Positionen werden wieder geschlossen, wenn der Trend bricht. Generell besonders leistungsfähig ist ein Risikomanagement dann, wenn die Asset Allokation insgesamt hochgradig flexibel ist, die Aktienquote beispielsweise zwischen 100 und 0 pendeln kann – und diese Spanne je nach Marktphase auch wirklich ausgenutzt wird.  Stopp-Loss Limits sind dabei ein adäquater Mechanismus, der zur Steuerung mit eingesetzt wird.

Das Beste aus der unsicheren Situation machen

Ob es sich gegenwärtig um eine zeitlich überschaubare Korrektur oder um einen langfristigen Bärenmarkt handelt, kann niemand genau sagen. Derzeit scheinen fundamentale Gesetzmäßigkeiten zumindest temporär außer Kraft gesetzt zu sein. So verzeichneten in den letzten Wochen selbst Sektoren wie „Health Care“ oder der Onlinehandel trotz steigender Nachfrage erhebliche Kursrückgänge. Der Vorteil einer quantitativen Momentum-Strategie besteht derzeit auch darin, dass sie von solchen – für den fundamentalen Marktbeobachter widersprüchlichen – Entwicklungen unbeeindruckt ist. Es zählt nur der Trend und der Computer hat keine Meinung, an der er unbedingt festhalten möchte. Sollten die Indikatoren bei einzelnen Branchen oder dem Gesamtmarkt wieder aufwärts deuten, dann steigt das System ein, egal wie pessimistisch der menschliche Asset Manager möglicherweise gestimmt ist. Welches die Gewinner des nächsten Aufschwungs sind – das verrät das Handelssystem dann, wenn es so weit ist.




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