Der Kontinent im Aufwind

Noch immer fehlt es vielen afrikanischen Ländern an Institutionen, die investitionsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen. Doch eine genauere Betrachtung seiner reformwilligen Regionen könnte sich für Anleger durchaus lohnen.

Afrika als Anlagethema spielt erst seit etwa zehn Jahren eine nennenswerte Rolle. Gleichzeitig markiert dieser Zeitraum eine der außergewöhnlichsten Phasen in der Geschichte der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte. Zahlreiche Länder Afrikas litten innerhalb kürzester Zeit unter extrem volatilen äußeren Bedingungen. Die boomende und nach Rohstoffen hungernde Weltwirtschaft kurz nach der Jahrtausendwende wurde durch die globale Finanzkrise 2008/2009 abgelöst, die das internationale Finanzsystem bis ins Mark erschütterte, und eine anhaltende Stimulierungsphase der Zentralbanken erforderte sowie wechselhafte globale Finanzströme verursachte. Dadurch wurde die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung auf dem Kontinent behindert.

Indes kristallisiert sich ein Konsens über den künftigen wirtschaftlichen Kurs heraus. Der Erfolg der vor zehn Jahren eingeführten makrowirtschaftlichen Reformen ist klar ersichtlich. Afrika hat die Schwankungen, die durch die globalen Rahmenbedingungen ausgelöst wurden, besser als in der Vergangenheit verkraftet. Die Volkswirtschaften Afrikas müssen aber diversifizierter, produktiver und selbstständiger werden. Infrastrukturinvestitionen sowie mikroökonomische Reformen in sämtlichen Sektoren sind für die weitere wirtschaftliche Entwicklung zentral. Länder, die diesen Weg einschlagen, dürften Anlegern eine einmalige Chance bieten, über einen längeren Zeitraum attraktive risikobereinigte Erträge zu erzielen.

Während die durch Top-down-Analysen geschürte, allgemein negative Stimmung gegenüber Schwellenländern Anleger von der Region abhalten mag, ergeben unsere regelmäßigen Besuche vor Ort ein differenzierteres Bild. Denn einige Länder sind bereits auf Reformkurs und börsennotierte Unternehmen spielen im Wandlungsprozess eine wichtige Rolle. Risiken liegen dabei insbesondere bei den nationalen Regierungen, denen es teilweise an der für die Fortsetzung des Reformkurses erforderlichen Schlagkraft und dem notwendigen Durchhaltevermögen fehlt.

Weitere Schocks der Weltwirtschaft und an den Finanzmärkten könnten die Entwicklung ebenfalls bremsen. Unter Berücksichtigung der risikobereinigten Erträge von Investments machen die derzeitigen attraktiven Bewertungen dieser Unternehmen, welche die Zukunft Afrikas aktiv neu gestalten, diese Risiken allerdings mehr als wett.




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