Der sichere Hafen

Die Schweiz ist zwar flächenmäßig und in puncto Einwohnerzahl kein Schwergewicht in Europa, aber aufgrund der ökonomisch hohen Bedeutung einhergehend mit der starken eigenen Währung genießt das Land im Herzen Europas einen besonderen Status bei Investoren rund um den Globus: den des sicheren Hafens.

Die Schweiz ist eine der beliebtesten Anlageregionen weltweit, trotz der überschaubaren Größe. Diesen Stellenwert hat das Land nicht erst seit der Finanzkrise Ende 2007, sondern bereits seit Jahrzehnten. Doch die Save-Haven-Einschätzung der Investoren scheint nun noch deutlicher in Stein gemeißelt zu sein. Es sind verschiedene Ereignisse, die dafür sorgen, dass Investoren auf dem Schweizer Anleihenmarkt nach Opportunitäten suchen und investieren. Neben der Finanz- und Bankenkrise erschütterte auch die Euro-Krise, inklusive Grexit-Gefahr und Brexit, das Vertrauen der Investoren. Immer wieder verstärken solche Geschehnisse die Risikoaversion. Die Nachfrage nach dem Faktor Sicherheit führt Anleger, manchmal fast schon fluchtartig, in den Schweizer-Franken-Anleihenmarkt.

Fluchtwährung

Während einheimische Institutionelle wie Pensionskassen oder Versicherer innerhalb bestimmter Quoten in Schweizer Franken investieren müssen und damit eine kontinuierliche Nachfrage gewährleisten, sorgt der Faktor „Fluchtwährung“ und der Anlagenotstand im generellen Tiefzinsniveau für eine deutliche zusätzliche Nachfrage. Doch das Angebot kommt nicht gleichermaßen auf diesen Markt. Insbesondere die staatlichen Anleihen, Eidgenossen genannt, und Anleihen von den Kantonen bescheren den Investoren eher spärliche Emissionen. Denn Staat und Kantone benötigen schlicht und ergreifend kaum Kapital, infolge einer stringenten Finanzpolitik in jüngerer Vergangenheit.

Dazu kommen negative Zinsen, die nicht nur für Eidgenossen zu zahlen sind. Schon seit längerer Zeit erforderte eine positive Rendite die Erhöhung der Duration, damit man Erträge auch erwirtschaften konnte. Entsprechend verlängerte sich beispielsweise die Duration des Eidgenossen-Indexes von sieben jahren in 2007 auf momentan 11,5 (Stand: Anfang Juli 2016). Die jüngsten Entwicklungen sorgten sogar dafür, dass nicht nur kurzfristige, sondern auch langfristige Papiere negativ rentieren. Für Anleger in den Franken ist dieses Szenario besonders schwerwiegend, da sie traditionell sehr stark auf Qualität beim Investieren achten. Doch wenn die hohe Qualität der Emittenten gleichbedeutend mit null oder gar negativer Rendite ist, sind Alternativen gefragt.




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