Die neue Landkarte des Investierens

Der rechtliche Sitz eines Unternehmens ist für Anlageentscheidungen nicht mehr geeigent. Wichtig ist auch, in welchen Staaten die Firma ihre jeweiligen Umsätze erzielt. Das Ergebnis ist eine neue Landkarte des Investierens.

Wer heute erfolgreich investieren will, muss global denken und sich stets klar machen, dass sich Wirtschaft und Märkte weltweit ständig verändern. Multinationale Unternehmen haben durch die Globalisierung enorm an Bedeutung gewonnen – so sehr, dass das traditionelle Konzept, auf den juristischen Sitz einer Gesellschaft zu schauen, für Anlageentscheidungen nicht mehr geeignet ist, weil es die wirklich relevanten Parameter außer Acht lässt. Mindestens ebenso wichtig wie der Firmensitz sollte sein, in welchen Ländern die Umsätze erzielt werden. Das Ergebnis: eine neue Landkarte des Investierens.

Die meisten Unternehmen haben Kunden, Zulieferer und Niederlassungen in unterschiedlichen Ländern. Dennoch achten viele Investoren bei der Asset-Allokation vor allem darauf, in welchem Land ein Unternehmen börsennotiert ist. Wo es geschäftlich tätig ist, spielt für sie kaum eine Rolle. Der juristische Sitz einer Gesellschaft bildet möglicherweise nicht nur die Fundamentaldaten der Unternehmen falsch ab, sondern auch die Chancen und Risiken eines Portfolios. In einer integrierten Weltwirtschaft profitieren von einem Aufschwung in einem Land oft auch Unternehmen in ganz anderen Regionen. Ein Beispiel ist Europa, wo erste Anzeichen einer Erholung sicherlich gut für europäische Unternehmen sind, aber auch in den USA zu steigenden Gewinnen führen sollten. Wer die Langfristperspektiven eines US-Portfolios einschätzen will, muss dies wissen.

Zunehmende wirtschaftliche Verflechtungen

In diesem Jahr befinden sich verschiedene Weltregionen in unterschiedlichen Phasen des Konjunkturzyklus. Unsere Portfoliomanager und Analysten orientieren sich bei ihren Fundamentalanalysen daher nicht an den traditionellen Ländergrenzen. Stattdessen beurteilen sie Unternehmen umfassend und untersuchen Umsatzquellen, Branchenentwicklungen, Produktlinien und Lieferketten. Mit einem mehrstufigen Prozess, passend zu dieser neuen Landkarte des Investierens, lassen sich die Chancen eines Unternehmens besser quantifizieren – und die Chancen und Risiken für langfristiges Wachstum leichter abschätzen.

In den letzten 40 Jahren wurden die wirtschaftlichen Verflechtungen immer enger. Freihandelsabkommen, die Europäische Union, Wirtschaftsreformen und die neue Mittelschicht in den Schwellenländern haben dazu geführt, dass Unternehmen heute weltweit um Kunden, Arbeitskräfte, Kapital und Bodenschätze konkurrieren. Dies bestätigt ein Blick auf den MSCI-All- Country-World-Index, den umfassendsten internationalen Aktienindex. Hier gelistete Unternehmen erzielen knapp die Hälfte ihrer Gewinne außerhalb der USA und Westeuropas. Nach Firmensitz und Marktkapitalisierung haben die Emerging Markets aber nur einen Anteil von elf Prozent.




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

]

Bei unseren Lesern momentan beliebt