Die Plattform als Zukunft der Fintechs

Claus Till, Comeco; Peter Noppinger, Sparda Bank

Fintechs wollen das Bankwesen revolutionieren. Doch nur wenige schreiben eine Erfolgsgeschichte, so die Onlinebank n26. Andere wie Cookies, Cringle oder Lendstar werden übernommen, viele aber gehen unter. Was erfolgreiche Fintechs heute mitbringen müssen, entwickeln Comeco und die Sparda Bank.

Die erste Gründungswelle der Fintechs zeigte neue technologische Möglichkeiten auf, die zweite Welle nahm dann etablierte Marktteilnehmer mit, so Banken und Sparkassen, die mit paydirekt gegen PayPal antreten. Comeco, ein Technologieunternehmen aus Stuttgart, verbindet beide Welten und nutzt bereits  angebotenen Dienste als Basis für einen eigenen Service zur Zahlungsabwicklung. Comeco-Geschäftsführer Claus Till: „Wir sind keine Bank, sondern bieten Banken und Finanzdienstleistern, Händlern sowie Bankkunden eine API-basierte Plattform als Grundlage für ein digitales Ökosystem an. Über diese Plattform können Banken und Finanzdienstleister ihr meist veraltetes Online-Banking mit einem modernen, innovativen Kontaktpunkt ablösen und sich neue Ertragsmöglichkeiten erschließen.“

Comeco sieht sich selbst somit eher als Partner von Banken und Einzelhändlern. „Auf der Plattform ergeben die einzelnen Teilnehmer und das, was sie mitbringen, mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Sie bilden eine Ökosystem-Community, in der alle voneinander profitieren“, so Till weiter. So erklärt sich auch der Name des Unternehmens, der sich aus den Begriffen COMmunity und ECOsystem zusammensetzt. Bis 2025 möchte man ein europaweite Plattform aufbauen.

Beispielhaft sind Unternehmen wie Facebook oder AirBnB, die für Unternehmen und Kunden eine Plattform zum Austausch anbieten. Sie finanzieren sich durch Werbeeinnahmen oder Transaktionsgebühren und werden durch Teilnehmer entlohnt, die die Technologie wertschöpfend nutzen. So ist Facebook nicht aufgrund seiner Werbeeinnahmen erfolgreich, sondern aufgrund seiner überzeugenden Technologie, die enorm viele Anwender anzieht. So sind Plattformen längst durch Konsumenten akzeptiert – zum Vernetzen, zum Austausch gemeinsamer Geschäftsideen, zum Kontakt mit Familie und Freunden.

Comeco überträgt dieses Geschäftsmodell nun auf Zahlungsdienstleistungen und bindet digitale Bezahlsysteme nahtlos an Kundenbedürfnisse an. Claus Till: „Die Idee des Homo Oeconomicus, der als rationaler Nutzenmaximierer die objektiv wirtschaftlichste Entscheidung trifft, wurde längst von der Realität eingeholt. Die Entscheidungen von Menschen sind wesentlich komplexer, individueller und emotionaler.“

Insbesondere die Möglichkeiten mithilfe von digitaler Kommunikation  Menschen zielgerichtet und individuell zu erreichen, machen hier aus Sicht von Till den Unterschied zu bisherigen Unternehmensgründungen: „Die zunehmende Verfügbarkeit von Daten und die Möglichkeit diese immer schneller und präziser auszuwerten, spricht dafür, dass sich solche Geschäftsmodelle noch weiter ausbreiten werden.“  Hieraus ergibt sich für viele Unternehmen die Aufgabe, Kunden noch besser kennenzulernen und Daten zusammenzuführen, um diese künftig halten zu können. Till weiter: „Je besser Unternehmen – egal ob Banken oder die Hersteller von Konsumprodukten – ihre Kunden kennen, desto besser können sie diese ansprechen und ihre Bedürfnisse und Wünsche erfüllen.“

Bei der Umsetzung seiner Stategie kann Comeco mit der Sparda Bank als Investor auf einen stabilen Finanzpartner zugreifen und verfügt so über einen direkten Zugang zu Expertenwissen rund um Bankdiensteistungen. Peter Noppinger, Vorstandsvorsitzender bei der Sparda Bank Augsburg: „Wir aber wollen die Chancen der Digitalisierung unserer Branche frühzeitig zum Wohl unserer Kunden nutzen. Durch die Beteiligung an der COMECO sind wir in der Lage, die Welt des Bankings mit der modernen, digitalen Plattformökonomie zu verbinden und somit attraktive Mehrwerte übers Banking hinaus für unsere Kunden zu schaffen.“ Insbesondere beim Aufbau der Community möchte das Unternehmen seine Expertise einbringen.




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