Drei Trends am europäischen ETP-Markt

Anleger sind hinsichtlich ETFs auf US-Aktien wieder positiv gestimmt. Die Kapitalströme fielen nach zwei Monaten mit Abflüssen wieder positiv aus. Wie Li, Leiterin der Kapitalmarktstrategie bei iShares in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (Emea) bei BlackRock, kommentiert.

Der Blackrock Global ETP Landscape bietet jeweils auf Basis des zurückliegenden Monatsendes einen Überblick über die Entwicklung des verwalteten Vermögens in Exchange Traded Products (ETPs) und die Mittelflüsse. Der Report berichtet darüber auf einer weltweiten Ebene. Zur Kategorie der ETPs zählen alle intraday-börsengehandelten Produkte, die ein Portfolio investierbar machen. Hierzu gehören Exchange Traded Funds (ETFs), Exchange Traded Commodities (ETCs), Exchange Traded Notes (ETNs) und Exchange Traded Instruments (ETIs).

Die globalen Nettozuflüsse am ETP-Markt haben sich im April gegenüber dem März verdoppelt, von 17,7 auf 35,4 Milliarden Dollar. Vor allem die Zuflüsse in Anleihen-ETFs haben angezogen. Zudem fielen die Kapitalströme bei Produkten auf US-Aktien nach zwei Monaten mit Abflüssen wieder positiv aus.

Anleihen-ETFs im April weltweit 17,3 Milliarden Dollar frisches Kapital verbucht, so viel wie seit zehn Monaten nicht. Die Neuanlagen waren breit gestreut, inklusive US-Staatsanleihen mit 6,6 Milliarden Dollar, Investmentgrade-Unternehmensanleihen mit 3,2 Milliarden Dollar und breit anlegender Multi-Branchen-Fonds mit drei Milliarden Dollar.

In Anbetracht starker Quartalsberichte der Unternehmen vertrauten Anleger ETPs auf US-Aktien 6,9 Milliarden Dollar frisches Kapital an. Im März hatten sie dagegen unter dem Strich 7,1 Milliarden Dollar aus entsprechenden Produkten abgezogen.

Des Weiteren verzeichneten Gold-ETPs Nettozuflüsse in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar, so viel wie seit Juli 2016 nicht.  Das deutet, ebenso wie die Zuflüsse in Produkte auf US-Staatsanleihen auf eine steigende Nachfrage nach Anlageklassen hin, die als sichere Häfen gelten.

Der Bericht gibt auch eine genauen Blick auf den europäischen Markt

Auf dem europäischen Markt zeichnen sich drei Trends ab:

1. Gold Standard

Rohstoffprodukte haben die Zufluss-Statistiken im April angeführt und verbuchten im Laufe des Monats 1,7 Milliarden Dollar frisches Kapital – der höchste Wert seit Februar 2017. Der Löwenanteil davon entfiel mit einer Milliarde Dollar auf Goldprodukte – eine Folge anhaltender Spannungen im Welthandel sowie der gemischten Stimmung am Aktienmarkt.

2. US-Aktien statt europäischer Werte

Aus Aktien-ETPs, die in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (Emea) aufgelegt sind, flossen im April 1,9 Milliarden Dollar ab. Davon waren mit minus 4,3 Milliarden Dollar vor allem Produkte auf europäische Aktien betroffen. Verschiedene Makrodaten aus der Eurozone, die gemischt ausfielen, kombiniert mit im Vergleich zu Europa stärkeren Gewinnerwartungen in den USA, haben die Zuversicht der Anleger offenbar gedämpft. Auf der anderen Seite verbuchten ETFs auf US-Aktien, die in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (Emea) aufgelegt sind, den zwölften Monat in Folge Zuflüsse. Hintergrund dafür dürften starke Gewinnerwartungen und robuste Makrodaten sein.

3. Steigende Zinsen

Bei Anleihen-ETFs fielen die Zuflüsse im April wieder positiv aus. Produkte, die in der Emea-Region aufgelegt sind, verbuchten unter dem Strich 1,5 Milliarden Dollar frisches Kapital. Schwellenländeranleihen und Investmentgrade-Unternehmenspapiere waren nach wie vor nicht besonders gefragt. Die Abflüsse bei entsprechenden Produkten summierten sich auf minus 475 Millionen Dollar. Im Gegensatz dazu erfreuten sich ETPs auf Staatsanleihen den dritten Monat in Folge der größten Beliebtheit im Anleihenbereich.

Die Zuflüsse in diesem Segment beliefen sich auf 1,5 Milliarden Dollar. Innerhalb dieses Segments floss mit 539 Millionen Dollar besonders viel Kapital in Produkte mit kurzen Laufzeiten. Das kurze Ende der Zinsstrukturkurve wirkt auf Anleger offenbar attraktiv. Denn dort bietet sich die Möglichkeit, Renditen oberhalb der Inflationsrate zu erzielen und gleichzeitig den Schutz eines sicheren Hafens in Zeiten unruhiger Märkte zu genießen.

 




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

]

Bei unseren Lesern momentan beliebt