Edelmetall-Atlas 2020: Neues zur Marktbedeutung von Gold

Prof. Dr. Thomas Rudolph, Direktor des Forschungszentrums für Handelsmanagement

In der Coronakrise setzen viele Schweizerinnen und Schweizer auf Gold als «sichere Währung». Der Rohstoff gewinnt als Anlagealternative weiter an Bedeutung: Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis über 12% gestiegen. Schweizer Privatanlagen belaufen sich auf insgesamt 920 Tonnen Gold im Wert von 48 Mrd. Schweizer Franken. Dies zeigt die jüngste Untersuchung des Forschungszentrums für Handelsmanagement der Universität St.Gallen (IRM-HSG). Unterstützt wurde die Untersuchung erneut von dem Edelmetallhändler philoro Schweiz AG.

Die Studie zeigt, dass Befragte, die sich durch das Coronavirus bedroht fühlen, Edelmetalle als Anlage für sinnvoller halten als diejenigen, die sich kaum durch das Virus bedroht fühlen. Zudem haben erstere in der Vergangenheit in 27% der Fälle in Edelmetalle investiert. Bei geringem subjektiven Bedrohungsempfinden liegt dieser Wert nur bei 22.4%. Die künftige Investitionsabsicht in Edelmetalle fällt für beide Gruppen überraschenderweise fast gleich aus. Das liegt an der seit Jahren hohen Beliebtheit von Edelmetallen, unabhängig von der Corona-Krise. Privatanleger in der Schweiz kaufen Edelmetalle in erster Linie zur langfristigen Geldanlage (Platz 1), wegen der Sicherheit (Platz 2) und der hohen Stabilität (Platz 3). Bei einer hohen wahrgenommenen Bedrohung durch das Virus ist diesen Konsumentinnen und Konsumenten die Krisenvorsorge wichtiger als der Werterhalt. Edelmetalle werden somit als «Reserve in Krisenzeiten» gekauft.

Gold gewinnt weiter an Beliebtheit

Im Vergleich zu 2019 hat Gold als bevorzugte Anlageform aufgeholt: 50% der Befragten legen ihr Geld am liebsten in Gold an. Nur Immobilien erreichen mit 50.4% einen leicht höheren Stellenwert. Darauf folgen Aktien (genannt von 27% aller Befragten), Anlagefonds (26%) und das Giro- bzw. Sparkonto (22%). Gold ist besonders beliebt bei Männern. 55% von ihnen geben an, Gold als Anlageform zu bevorzugen – mehr als bei allen anderen Anlageformen. Auch neigen die Befragten in der italienischsprachigen Schweiz eher zu Gold (52%) als zu Immobilien (47%). Bei Befragten der deutsch- und französischsprachigen Schweiz sind dagegen Immobilien weitaus beliebter als Gold.

Im Vergleich zum letzten Erhebungszeitpunkt aus dem Jahr 2019 erachten immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten Edelmetalle als sinnvolle Anlagemöglichkeit: Mittlerweile schätzen dies fast zwei Drittel der Befragten (65.2%) so ein; ein Plus von circa 5%. Jeder Fünfte hält es für wahrscheinlich (20.5%), in den kommenden zwölf Monaten in Edelmetalle zu investieren.

Jeder vierte Befragte hat bereits in Edelmetalle investiert (25.5%) und jeder fünfte sogar in physisches Gold (21.9%). Insgesamt besitzen Schweizer Privatanleger, nach den Ergebnissen dieser Befragung, Gold im Wert von 48 Mrd. Schweizer Franken. Allein 2019 haben sie 1.42 Mrd. Schweizer Franken in Gold angelegt. Mit Bezug auf 2019 waren das 11.6% der Ersparnisse, die für Goldkäufe ausgegeben wurden.

Digitale Edelmetallhändler werden beliebter

Am liebsten kaufen Konsumentinnen und Konsumenten Edelmetalle bei ihrer Hausbank (63.3%). An zweiter Stelle folgen Edelmetallhändler mit stationärem Geschäft (16.0%), gefolgt von Online-Edelmetallhändlern (9.5%) und anderen Banken (nicht die Hausbank; 8.6%). Damit konnten Online-Edelmetallhändler im Vergleich zu 2019 aufholen und somit andere Banken vom dritten auf den vierten Platz verdrängen.

Für die Studie wurden 2300 Erwachsene aus der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz zu ihrer Einstellung gegenüber physischen Edelmetallen befragt. Die Umfrage führten Kathrin Neumüller, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Universität St.Gallen und Prof. Dr. Thomas Rudolph, Direktor des Forschungszentrums für Handelsmanagement (IRM-HSG) gemeinsam durch. Unterstützt wurde die Studie von der philoro Schweiz AG, einem weltweit tätigen Edelmetallhändler.




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