Eine sich verzweigende Globalisierung

John Vail, Chief Global Strategist bei Nikko Asset Management

Die globalen Handelsbeziehungen verändern sich. In vielen Ausprägungen betreten wir eine neue Welt von globalen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen.

Seit Mai hat der Tarif-/Technologiekrieg zwischen den USA und China die globalen Aktienindices beeinträchtigt und positiv auf die Anleihemärkte der Industrieländer gewirkt. So sehr sich der Konflikt um rivalisierende politische Systeme und Hegemonie dreht, so sind die Chancen, dass dieser Konflikt sich verflüchtigt, leider sehr gering. Gleichwohl haben beide Seiten ein Interesse, die möglichen Auswirkungen einzudämmen, so dass sie wahrscheinlich weiter verhandeln und miteinander handeln werden.

Die Zustände in Hong Kong und Taiwan sind bilden wesentliche Elemente, die mit entscheiden, ob China brutale Taten umgehen kann.

Weiterhin ist wichtig festzustellen, dass Korea und Japan als Faktoren ihrer Handelsbeziehung politische Erwägungen ins Feld führen zusammen mit sich verstärkenden nationalen Sicherheitsinteressen.

Die traditionelle Globalisierung hat ihren Scheitelpunkt überschritten. Aber es wird Gewinner geben.

Es erscheint unausweichlich, dass es eine globale Gabelung der technischen Industriestandards geben wird, verbunden mit einer reduzierten Integration von China in die globale Wertschöpfungskette für westliche Produkte. China wird seine eigene Wertschöpfungskette für seine eigenen Produkte aufbauen.

Beides impliziert Wachstumschancen für Unternehmen, die diese doppelte Wertschöpfungskette aufbauen, wie z.B. Ausrüstungsfirmen für die Halbleiterindustrie.

Aber die doppelte Produktion wird eindeutig ein Maß an Unwirtschaftlichkeit nach sich ziehen.

Vorsichtig bei Aktien (untergewichtet), aber wir erwarten keine kurzfristige Rezession

Unsere Meinung ist, dass Tarife auf den Rest der chinesischen Güter schrittweise auf 25% steigen werden. Wir erwarten, dass dies und andere geopolitische Faktoren wie der Brexit, Volkswirtschaften ein Wachstum unter Konsens bescheren werden, allerdings nicht zu rezessiven Raten.

Als Ergebnis hat unser Investmentausschuss einen außerordentlich raren Standpunkt bezogen und globale Aktien untergewichtet.




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