Energie, die man aus dem Weltraum sieht

In der Ouarzazate Wüste entsteht die größte Solar Anlage der Welt; Hoffnung für Marokko und das globale Klima.

Diesen November ist die marokkanische Stadt Marrakech Gastgeber der ersten weltweiten Klimaverhandlungen, seit sich bedeutende globale Regierungsvertreter letztes Jahr in Paris zum historischen Klimaabkommen versammelt haben. Die Treffen sind ein Schritt von Hoffnung zu Handeln, um eine der wichtigsten Herausforderungen anzugehen, die wir derzeit erleben. Das Pariser Klimaabkommen markiert einen Meilenstein hin zu einer Welt des stabilen Wachstums mit weniger Kohlendioxid-Ausstoß, 180 Länder haben sich einer grüneren Zukunft verschrieben.

Marokko ist ein geeigneter Tagungsort; in der Ouarzazate Wüste, nur einige Stunden von Marrakech entfernt, glitzern eine halbe Million Solar-Panele unter der marokkanischen Sonne, die weltgrößte Concentrated-Solar-Power-(CSP)-Anlage − Noor-Ouarzazate, die man sogar vom Weltraum sieht. CSP ist bei Experten erneuerbarer Energien beliebt, weil es verlässlich große Mengen Strom liefert, auch wenn die Sonne nicht scheint. Die Technologie ist so vielversprechend, dass die Internationale Energie Agentur schätzt, dass in 2050 bis zu elf Prozent des weltweit generierten Stromes von CSP-Anlagen kommen könnten. Das ist besonders für den Mittleren Osten und Nordafrika interessant − Regionen mit reichlich Sonnenschein.

Unabhängigkeit von Öl

Der Climate Investment Funds (CIF), die African Development Bank (afrikanische Entwicklungsbank) und die Weltbank haben den Noor-Ouarzazate-Komplex gemeinsam unterstützt. Dafür engagiert hat sich die Marokkanische Behörde für Solarenergy (Morocco’s Agency for Solar Energy; MASEN). 435 Millionen Dollar des CIF, zusammen mit dem 700 Millionen Dollar der afrikanischen Entwicklungsbank und der Weltbank trugen zu den insgesamt über drei Milliarden Dollar bei, die in das Projekt geflossen sind. Ausländische und multilaterale Investoren, zu denen auch die deutsche Entwicklungsbank KfW gehört, haben ebenfalls investiert. Unabhängige Untersuchungen haben ergeben, dass die günstigen Schulden die Kosten für die CSP in Marokko um 25 Prozent im Fall von Noor I und um zusätzliche zehn Prozent bei Noor II und Noor III senken. So verringert sich auch die Regierungssubvention, die die Finanzierungslücke schließen muss.

Im Februar wurde die erste Phase der drei Anlagen offiziell eingeleitet, von Ihrer Majest.t Mohammed VI. von Marokko. Ab ihrer Fertigstellung in 2018 werden die Anlagen genügend Energie für über eine Million Marokkaner herstellen. Es wird geschätzt, dass 500 Megawatt installierte Kapazität erreicht werden, die die marokkanische Abhängigkeit von Öl um 2,5 Millionen Tonnen Öl reduzieren könnte, während gleichzeitig die Kohlendioxid-Emissionen um 760.000 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Bis 2020 plant die Regierung, zwei Gigawatt Solarenergie zu produzieren, was ungefähr 38 Prozent der aktuell installierten Kapazität entspricht.




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