Erholung der Weltwirtschaft ist mit vielen Unsicherheiten behaftet

Guy Wagner, Chefanlagestratege von BLI – Banque de Luxembourg Investments

Angeführt von den Volkswirtschaften der USA und Chinas hat sich die V-förmige Erholung der Weltwirtschaft während des gesamten dritten Quartals fortgesetzt. Nichtsdestotrotz ist die Nachhaltigkeit der gegenwärtigen Erholung nach wie vor mit vielen Unsicherheiten behaftet, konstatieren Guy Wagner, Chefanlagestratege von BLI – Banque de Luxembourg Investments, und sein Team.

 

„Die enormen Unterstützungsprogramme der politischen und monetären Behörden sind die Hauptquelle des Wachstums, da sie den Verbrauch der Haushalte unterstützen und die Wirtschaftstätigkeit, insbesondere in zinssensiblen Sektoren, ankurbeln“, sagt Guy Wagner, sagt Guy Wagner, Chefanlagestratege und Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft BLI – Banque de Luxembourg Investments. „So hat sich in den Vereinigten Staaten der Verkauf von Eigenheimen erheblich beschleunigt und ein ähnliches Niveau erreicht, wie es zuletzt während des Immobilienbooms von 2004 bis 2006 verzeichnet wurde.“

Europa: Dienstleistungssektor zeigt erneut Anzeichen einer Schwäche

Auf europäischer Seite profitiert die Fertigungsbranche – aufgrund des kräftigeren Aufschwungs der Wirtschaft in den USA und China – von einer Belebung der Außennachfrage. „Der Dienstleistungssektor zeigt allerdings erneut Anzeichen einer Schwäche, weil infolge des Neuanstiegs der Corona-Infektionszahlen die Maßnahmen zur Distanzierung verschärft wurden“, so die Einschätzung des luxemburgischen Ökonomen. China verzeichnet die stärkste Wachstumsdynamik, auch wenn der Binnenkonsum – verglichen mit dem robusteren Industriesektor, der von der Erhöhung der öffentlichen Infrastrukturausgaben profitiert – etwas verhalten bleibt.

Fed belässt Leitzinsen bis mindestens 2023 unverändert

Bei der Sitzung des US-Offenmarktausschusses im September bekräftigte die Federal Reserve ihre neue geldpolitische Strategie. Statt eines Inflationsziels von maximal zwei Prozent will die US-Zentralbank nun eine durchschnittliche langfristige Inflationsrate von zwei Prozent anstreben und bei Bedarf und „für eine gewisse Zeit“ auch höhere Preissteigerungen hinnehmen, um zeitweilige Unterschreitungen des Inflationsziels auszugleichen. Aufgrund der niedrigen Inflation in den vergangenen Jahren kündigte die Fed daher an, dass sie ihre Leitzinsen bis mindestens 2023 unverändert auf dem aktuellen äußerst tiefen Niveau belassen wolle. Die Europäische Zentralbank lockerte ihre Geldpolitik trotz der jüngsten Stärke des Euro nicht weiter.

Konsolidierung an den Aktienmärkten

Nach einer äußerst starken Performance im August konsolidierten die Aktienmärkte im September. Der US-Aktienmarkt, der sich in den vergangenen Monaten besonders stark präsentiert hatte, korrigierte am deutlichsten. Der Stoxx Europe 600 und der MSCI Emerging Markets Index gaben ebenfalls leicht nach. „Aufgeschlüsselt nach Sektoren bildeten die Energiebranche und die Finanzindustrie wieder einmal das Schlusslicht, obwohl sie in den ersten acht Monaten dieses Jahres schon eine massive gegenläufige Wertentwicklung gezeigt hatten“, meint Guy Wagner abschließend.




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