ESG: Warum Anlegern das „E“ und das „S“ besonders wichtig sind

David Sheasby, Head of Stewardship and ESG bei Martin Currie

Trotz ökonomischer Herausforderungen ist der Trend hin zu ESG-Investments ungebrochen. David Sheasby, Head of Stewardship and ESG beim Aktienspezialist Martin Currie, erklärt, welche Bereiche bei Anlegern besonders gefragt sind und woran Anleger erkennen können, ob ESG tasächlich wirkt.

In der ersten Jahreshälfte flossen in den USA 21 Milliarden US-Dollar in ESG-Fonds. Für David Sheasby, Head of Stewardship and ESG bei Martin Currie, haben zuletzt vor allem soziale Aspekte und Umweltfragen eine tragende Rolle gespielt. „Die ersten Monate der Krise haben bei Anlegern ein noch stärkeres Bewusstsein dafür geschaffen, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter behandeln. Dieser Bereich ist durch das ‚S‘ der ESG-Kriterien abgedeckt und bietet Investoren dahingehend Orientierung“, so Sheasby.

Umweltthemen gewinnen an Bedeutung

Auch der Umweltaspekt habe zuletzt wieder an Bedeutung gewonnen. Obwohl es den Anschein haben könnte, Fragen des Klimaschutzes seien im Zuge der akuten ökonomischen Krise in den Hintergrund geraten, sieht der ESG-Experte auch in diesem Bereich ein gesteigertes Interesse des Marktes: „Insbesondere der Green Deal der Europäischen Union hat das Bewusstsein dafür geschärft, dass nachhaltige Investments ein unabhängig von der aktuellen Krise bestehender Trend sind“, so Sheasby und verweist darauf, dass auch die europäischen Corona-Hilfen teilweise in nachhaltige Projekte fließen sollen.

Kriterien der Vereinten Nationen als Vorbild

Um zu überprüfen, ob ESG-Investments neben attraktiven Renditen auch den gewünschten positiven Einfluss gemäß der formulierten Kriterien haben, empfiehlt Sheasby Anlegern, sich an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen zu orientieren. Diese umfassen die Bereiche Frieden, Nahrungsmittelsicherung, Energie, Bildung, Armutsbekämpfung, Gesundheit, Klimawandel, das Management natürlicher Ressourcen und Fortschritte im Bereich der Beschäftigung und sollen bis 2030 vor allem von sich entwickelnden Volkswirtschaften erreicht werden. „Die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung sind ein wichtiger Gradmesser dafür, ob ESG-Investments ihren Zweck erfüllen. Wir überprüfen daher im Interesse unserer Kunden, ob Investments im Einklang mit diesen Zielen stehen“, sagt Sheasby.




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