Europa hat bis 2021 sein erstes 50-Milliarden-Dollar-Unternehmen

Manish Madhvani, Managing Partner bei GP Bullhound

GP Bullhounds jährlicher Report zu europäischen Tech-Titanen:

Deutschland hat Schweden bei Anzahl der Unicorns überholt, liegt jetzt auf Platz 2 hinter Großbritannien

Anzahl der Unicorns hat sich in Europa seit 2014 fast verdreifacht – im letzten Jahr kamen 21 neue hinzu

Technologie-Ökosystem in Europa wächst schneller als in den USA

Das weltweit agierende M&A-Beratungs- und Tech-Investitionsunternehmen GP Bullhound veröffentlicht heute zum sechsten Mal seinen alljährlichen Tech-Titanen-Report, diesmal unter dem Titel “Titans of Tech: All Change at the Top”. Der Report analysiert das Wachstum von Europas führenden Technologieunternehmen. Demnach ist Europas Tech-Ökosystem mit Unternehmen wie dem schwedischen Streaming-Anbieter Spotify und der niederländischen Payment-Plattform Adyen auf gutem Wege, bis 2021 den ersten “Tech-Titanen“ mit einem Wert von über 50 Milliarden US-Dollar hervorzubringen.

Im Gegensatz zu 2014 hat sich die Anzahl der Milliarden-Dollar-Unternehmen in Europa fast verdreifacht. Allein im vergangenen Jahr stiegen 21 neue Unternehmen in den elitären Club auf. Mit Celonis, N26 und AboutYou gelang das auch drei weiteren deutschen Start-ups, die gemeinsam auf eine aktuelle Marktbewertung von 4,7 Milliarden US-Dollar kommen.

Die Zahlen von GP Bullhound belegen, dass im Jahr 2018 so viel Kapital wie noch nie in europäische Tech-Unternehmen investiert wurde: 28 Milliarden US-Dollar erhielten Europas Top-Player von Investoren – rund 10-mal so viel wie noch vor fünf Jahren. Damals waren es gerade einmal drei Milliarden US-Dollar. Seit 2014 stieg der aggregierte Marktwert des boomenden Tech-Ökosystems europäischer Unicorns so von 89 auf satte 302 Milliarden US-Dollar.
Eine weitere Erkenntnis des Reports: Die Bewertung des europäischen Technologie-Ökosystems wächst schneller als die der Tech-Szene in den USA. So erhöhte sich der kumulierte Gesamtwert aller europäischen Milliarden-Dollar-Unternehmen 2018 um 28 Prozent, während es in den Vereinigten Staaten im gleichen Zeitraum nur 20 Prozent waren.

Im innereuropäischen Vergleich liegt weiterhin Großbritannien an der Spitze. Das Land beheimatet mittlerweile 27 Unicorns mit einer Gesamtbewertung von 80 Milliarden US-Dollar. Auf Platz zwei folgt Deutschland mit insgesamt 11 Unicorns vor Schweden (8).

Finanzierungsrunden in besonders großer Höhe – sogenannte Megarounds von 200 Millionen US-Dollar oder mehr – sind einer der Schlüsselfaktoren für das Wachstum der größten und innovativsten Tech-Unternehmen Europas, so eines der Ergebnisse des Reports. Die Zahl der großen Finanzierungsrunden nimmt in Europa zu: So erhielten vergangenes Jahr 32 Unternehmen (darunter u.a. die Fintech-Konkurrenten von N26 und Revolut) Finanzspritzen in Megaround-Höhe – ein Anstieg um 50 Prozent im Vergleich zu 2017.

Ein wachsender Anteil dieser besonders großen Finanzierungsrunden wird von Fintech-Unternehmen abgeschlossen. Dieser Sektor ist einer der am schnellsten wachsenden in Europa. Ein Drittel aller europäischen Finanzierungen ging vergangenes Jahr an diese Unternehmen, 28 Prozent wiederum an Firmen, deren Geschäftsmodell auf dem Angebot sogenannter Enterprise Software beruht.

Mit Blick auf die Zukunft hat GP Bullhound außerdem zehn europäische Unternehmen identifiziert, die innerhalb der nächsten zwei Jahre zu wichtigen Playern des milliardenschweren Technologie-Ökosystem werden könnten, darunter Peakon, Trustpilot und Pipedrive.

“Europa hat im vergangenen Jahr unglaubliche Fortschritte gemacht. Der Zugang zu Kapital hat sich in den letzten drei Jahren enorm verbessert. Mit großem Ehrgeiz, einer Bereitschaft sich und das eigene Produkt ständig neu zu erfinden und Risiken einzugehen, werden Spotify, Farfetch und Adyen aus Europa bald auf Augenhöhe mit großen Tech-Playern des Silicon Valleys wie Uber und Facebook konkurrieren können”, kommentiert Manish Madhvani, Managing Partner bei GP Bullhound.
Der vollständige Report Titans of Tech: All Change at the Top, steht hier zum Download bereit. Neben der europäischen Marktanalyse umfasst dieser u.a. auch Interviews mit Philippe Vimard, CTO des Berliner Start-ups Doctolib, Jacob de Geer, Gründer und CEO von iZettle, und John Riccitiello, CEO von Unity.
Methodik

Unternehmen mit Sitz in Europa (einschließlich Israel), die im Jahr 2000 oder später gegründet wurden, und eine Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar auf dem öffentlichen oder privaten Markt erreichen, wurden in die Untersuchung einbezogen. Dies ist das sechste Jahr, in dem die Tech-Investmentbank diesen Report veröffentlicht.

Alle analysierten Unternehmen erfüllen die folgenden Kriterien:

Nur Technologieunternehmen mit einer Ausrichtung auf Internet und/oder Software (Cleantech und Biotech sind in der Analyse ausgeschlossen)
Unternehmen aus den Makro-Sektoren: E-Commerce (z.B. der Verkauf von Waren oder Dienstleistungen), Audiences (z.B. Monetarisierung durch Werbung und Lead-Generierung), Software (z.B. Lizenzierung von Software), Gaming (einschließlich Glücksspiel), Fintech, Online-Marktplätze und Augmented Reality/Virtual Reality (AR/VR)
Hauptsitz in Europa (einschließlich Israel sowie Unternehmen, deren Firmensitz seit Gründung an einen Ort außerhalb Europas verlagert wurde)
Gründung im Jahr 2000 oder später
Mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar auf dem öffentlichen oder privaten Markt (einschließlich akquirierter Unternehmen)

Erster Vorbehalt:

Unsere Quellen enthalten nur öffentliche Daten (z.B. von Datenplattformen wie Capital IQ, Pitchbook, Presseartikel etc.). Die Genauigkeit unseres Datensatzes beschränkt sich auf die angegebenen Daten.
Zweiter Vorbehalt:

Für den diesjährigen Report wurden Unternehmen berücksichtigt, die bis zum 31. März eine Bewertung in Milliardenhöhe aufwiesen (Stichtag für die Veröffentlichung der Unternehmenszahlen war der 13. Mai). Hieraus ergeben sich offensichtliche Einschränkungen. Dabei spielen u.a. auch Faktoren wie die Verfasstheit der Aktienmärkte, die aktuelle Unternehmensentwicklung, etc. eine Rolle.

Über GP Bullhound

Das weltweit agierende M&A-Beratungs- und Tech-Investitionsunternehmen GP Bullhound berät sowohl Unternehmen, als auch Gründer und Investoren in denBereichen Mergers & Acquisitions (M&A) und Wachstumsfinanzierungen. Seit seiner Gründung 1999 in London hat GP Bullhound mehr als 240 erfolgreiche M&A- und Privat-Placement-Transaktionen mit führenden Industrieunternehmen wie Essence, Avito, Delivery Hero, Fjord, King Digital Entertainment, Pingdom, Innogames, Magix, Signavio sowie Spotify abgeschlossen und hat mittlerweile Standorte in San Francisco, Stockholm, Berlin, Manchester, Hongkong, Madrid, New York und Paris.




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