Geringe Liquidität sorgt für hohe Volatilität

Dickie Hodges, Manager des Global Dynamic Bond von Nomura Asset Management

Wenn der anhaltende Durst von Unternehmen und Staaten nach Kapital und die unvermeidliche Nervosität vor den Wahlen in den USA auf eine während der Sommermonate üblicherweise eingetrocknete Liquidität treffen würden, drohe erhöhte Volatilität. Eine kurzfristige Risikoreduktion hält er daher für angezeigt.

Mittel-bis langfristig blickt er hingegen positiv auf die Märkte. Er glaubt, dass die gegenwärtigen und zukünftigen Wellen sowohl der Finanz- als auch der Geldpolitik die risikobehafteten Assets weiter nach oben treiben werden, auch wenn die wirtschaftliche Erholung länger dauern wird.

Hodges ist weiterhin stark investiert in Anleihesegmenten außerhalb der Staatsanleihen entwickelter Länder, die seiner Ansichtmit Renditen nahe am Boden der bisherigen Bandbreitenwenig Wert bieten.

Das High Yield Segment hingegen hat er in seinem Fonds mit 13 Prozent gewichtet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf gut kapitalisierten Unternehmen sowohl in Europa als auch in den USA, insbesondere in zyklischen Sektoren wie Autos und Dienstleistungen. Hodges: „Diese Sektoren werden von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Aktivität profitieren und werden wahrscheinlich von der Politik unterstützt werden. Regierungen sehen High-Yield-Unternehmen wie Fiat, aber auch VW oder Daimler im Investment-Grade-Segment als nationale Champions, deren Scheitern sie in Verlegenheit brächten.“

Das Engagement in Finanztiteln, über die gesamte Kapitalstruktur hinweg, aber insbesondere über die nachrangigen Emissionen europäischer und britischer Banken, ist eine weitere Schlüsselposition. Hodges: „Erhöhte Rückstellungen für notleidende Kredite haben den Sektor zwar belastet, ebenso wie Gewinnmitnahmen einiger Investoren nach der Ankündigung des EU-Rettungspakets. Wir bleiben dennoch positiv und erwarten, dass die meisten Emittenten die Zinszahlungen auf ihre AT1-Anleihen beibehalten werden.“

Ebenso fährt Hodges eine relativ hohe Allokation in Schwellenländern, darunter vor allem in Russland und Ägypten. Trotz einer Reduzierung im Juli aufgrund geopolitischer Spannungen, ist er in russischen Staatsanleihen immer noch mit einer Gewichtung von 5,2 Prozent investiert. Hodges: „Russlands Wirtschaft beginnt sich nach der ersten schweren Welle des Coronavirus zu öffnen, die Gold-und Ölpreise unterstützendie dortige Wirtschaft, ebenso wie das Signal möglicher zukünftiger Zinssenkungen durch die Zentralbank.“.




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