Globaler Chancenreichtum

Isabelle de Gavoty, Head of Small Cap Investment von AXA Investment Managers (AXA IM), erwartet auch 2018 eine gute Entwicklung für Small Caps: „Unternehmen mit geringerer Marktkapitalisierung konnten seit dem Ende der letzten Finanzkrise ihre Umsätze und Gewinne Jahr für Jahr steigern – mit einem Wachstum, das oft im hohen einstelligen Bereich lag.“ Ein Marktkommentar.

Unternehmen mit geringerer Marktkapitalisierung konnten seit dem Ende der letzten Finanzkrise ihre Umsätze und Gewinne Jahr für Jahr steigern – mit einem Wachstum, das oft im hohen einstelligen Bereich lag. Wir sind von den Chancen, die in Small Caps liegen, weiterhin absolut überzeugt. Ein Grund dafür: Gerade kleinere Unternehmen profitieren von längerfristigen globalen Trends, unabhängig davon, ob diese Entwicklungen auf Technologie, Demografie oder generellen Globalisierungsprozessen basierten.

Voll im Trend liegen

So ist etwa die zunehmende Digitalisierung des Geschäfts im Einzelhandel, im Banking oder auch in traditionellen Industrieunternehmen ein Phänomen mit großen Auswirkungen – und viele kleinere Unternehmen profitieren davon, weil sie ihren größeren Konkurrenten Marktanteile wegnehmen könnten. Im Bereich Healthcare und Biotech lässt sich sagen, dass schon bald Krankheiten geheilt werden können, die lange als unheilbar galten. Zwar investieren wir nicht in Biotech-Unternehmen im Anfangsstadium, dafür jedoch in Unternehmen, die von der höheren Forschungs- und Entwicklungsnachfrage im Healthcare-Bereich profitieren, wie zum Beispiel ICON. Auch der technologische Fortschritt durch Automatisierung und Robotertechnik bietet Chancen für Small Caps. Roboter können durch neueste Technologien immer mehr anspruchsvolle Arbeiten von Menschen übernehmen oder mit ihnen gemeinsam erledigen, um die Produktivität anzukurbeln. In diesem Bereich sind wir zum Beispiel in Jungheinrich investiert, einen der weltweit führenden One-Stop-Shopping-Logistiker, die über ein koordiniertes Portfolio an Materialtransportausrüstung, Logistik-Systemen und -Dienstleistungen verfügen.

Geringe Größe als Wettbewerbsvorteil

Gerade ihre eher geringe Größe ist ein Kernbestandteil des Erfolgs ausgewählter Small Caps: Die operative Struktur eignet sich besonders gut, um flexibel und schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Viele Investoren stünden Small Caps aufgrund der geringen Anzahl von Analysten in diesem Segment jedoch immer noch skeptisch gegenüber. Die etwas niedrigere Analysedichte bietet jedoch durchaus Chancen für kompetente Investoren und eben Fondsmanager. Mit einem konsequenten Stock-Picking-Ansatz lassen sich Unternehmen identifizieren, die besonders gute Wachstumsaussichten haben. Gerade dann, wenn der Markt dieses Potenzial noch nicht für sich entdeckt hat, ist der beste Kaufzeitpunkt.

Volatilität und Liquidität mittelfristig eher unproblematisch

Hinsichtlich der Volatilitätsrisiken bei Investments in geringer kapitalisierte Unternehmen zieht die Expertin einen Vergleich zu Large Caps: Die Kursbewegungen auf dem Small-Cap-Sektor sind typischerweise auf spezifische Faktoren zurückzuführen, das heißt, sie korrelieren weniger stark miteinander als bei Large Caps. Daher wird das Small-Cap-Universum generell weniger volatil sein als das der Large Caps. Außerdem ist der Einfluss von technischen Bewegungen, wie sie zum Beispiel bei großen Mittelzu- oder Abflüssen aufgrund von ETF-Strategien hervorgerufen werden, bei Small Caps traditionell geringer. Ein Hauptrisikofaktor ist für Small Caps hingegen in der Vergangenheit die Liquidität gewesen, so zuletzt in der Finanzkrise von 2007. Solche Liquiditätsprobleme kämen allerdings nicht häufig vor.

Gute makroökomische Basis

Die Liquidität wurde zuletzt von der geldpolitischen Straffung der Fed beeinflusst und ließ die Performance von Small Caps 2017 leicht hinter der von Large Caps zurück.
Diese Underperformance wird unserer Meinung jedoch nur von kurzer Dauer sein. Das makroökomische Bild zeigt sich immer noch sehr vorteilhaft für diese Anlageklasse, auch wenn steigende Zinssätze zu einer erhöhten Volatilität führen können.

In den USA ist die Arbeitslosenquote so niedrig wie zuletzt im Jahr 2000. Der Vertrauensindikator der Unternehmen erreichte den höchsten Stand seit neun Jahren und die Finanzierungsbedingungen blieben trotz der gestrafften Geldpolitik günstig. Die Steuerreform 2018 könnte zwar etwas Volatitliät mit sich bringen, wir glauben jedoch, dass sie unabhängig vom Ausgang vor allem Small-Cap-Aktien zugutekommen wird.

In Europa profitierten Small Caps von ihrer Partizipation am inländischen und globalen Wachstum sowie von der akkommodierenden Geldpolitik. Das Risiko besteht hier lediglich in einer Verlangsamung des aktuellen Wirtschaftswachstums. In Japan sollten Small Caps die Reflationspolitik weiterhin zugutekommen.




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