Goldene Zeiten für das gelbe Edelmetall?

Finanzstrategie Sommese

Während immer mehr Sparer von ihren Banken mit Nullzinsen abgespeist werden und nun sogar noch Strafzinsen befürchten müssen, hat der Goldpreis auf US-Dollar-Basis in den vergangenen drei Monaten um rund 18,90 Prozent zugelegt. Droht nun eine Korrektur, oder setzt sich die Gold-Hausse fort?

Der Mainzer Anlagestratege Antonio Sommese ist mittelfristig optimistisch, dass der Goldpreis – wenn auch unter deutlicheren Schwankungen – weiter steigen wird. „Allerdings hängt der Goldpreis von so vielen unterschiedlichen Faktoren ab, dass eine Prognose immer mit erheblichen Unsicherheitsfaktoren behaftet ist“, sagt der Buchautor und Finanzcoach. Dennoch mache die Null- und Negativzinspolitik der führenden Notenbanken Gold zunehmend attraktiv. Dadurch werde nämlich der Nachteil des gelben Edelmetalls – nämlich eine laufenden Einnahmen in Form von Zinsen oder Dividenden – kompensiert.

Auch die starke Nachfrage der chinesischen und russischen Notenbanken dürfte den Goldpreis in den vergangenen Wochen getrieben haben, sagt Sommese. Allein die russische Zentralbank habe im Jahr 2018 ihre Goldreserven um rund 275 Tonnen erhöht. Die angespannte geopolitische Situation im Mittleren Osten, die Gefahr einer neuen Finanzkrise in Argentinien, die aktuellen Handelskonflikte sowie die ungeklärte Brexit-Frage beflügelten den Goldkurs ebenfalls.

Doch unabhängig davon empfiehlt Sommese Gold grundsätzlich als Depotbeimischung. Zwischen 10 bis 20 Prozent des liquiden Vermögens könnten in das gelbe Edelmetall fließen. Gold biete Inflationsschutz und sei darüber hinaus eine steueroptimierte Form der Geldanlage. Goldbarren und –münzen könnten mehrwertsteuerfrei gekauft werden. Spätere Veräußerungsgewinne müsse der Anleger nach Ablauf einer einjährigen Haltefrist ebenfalls nicht versteuern.

Allerdings könne es auch beim Gold mitunter zu erheblichen Preisschwankungen kommen, ausgelöst vor allem durch Leerverkäufe von Profis an den Terminmärkten. Langfristig orientierten Anlegern, die in Gold eine „Krisenwährung“ sehen, empfiehlt Sommese Goldbarren oder –münzen. Spekulativer veranlagte Anleger könnten zudem in „Papiergold“ (Goldminenaktien, Goldzertifikate und Exchange traded Commodities wie etwa Xetra-Gold) investieren.

Anleger, die Wert auf den anonymen Kauf von Gold legen, sollten noch in diesem Jahr Barren und Münzen kaufen. Denn im nächsten Jahr dürfte die Schwelle für den Bargeld-Verkauf von Edelmetallen ohne Vorlage des Personalausweises von derzeit 9999,99 Euro auf 1999,99 Euro gesenkt werden.




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