Große Vermögensverwalter tun zu wenig fürs Klima

Dylan Tanner, Influencemap

Ungeachtet des Drucks von Umweltinitiativen nutzen die fünfzehn weltgrößten Vermögensverwalter ihre immense Marktmacht nach einer neuen Studie bislang kaum für klimafreundliche Investitionen. Eine Mehrheit der Finanzfirmen legt nach wie vor Milliardensummen in Öl-, Gas- oder Autoindustrie an, wie die Londoner Initiative Influencemap in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse berichtet.

Zu den wenigen in dem Bericht positiv hervorgehobenen Ausnahmen zählt der Münchner Allianz-Konzern, zusammen mit der Schweizer Bank UBS und der britischen Legal&General. Diese drei Unternehmen nehmen demnach engagiert Einfluss auf ihre Kunden, damit diese ihre Geschäftsmodelle an die Pariser Klimaziele zur Begrenzung der Erderwärmung anpassen. Auch für diese drei gilt aber laut Influencemap, dass sie gemessen an den Pariser Zielen überproportional in vier CO2-trächtige Branchen investiert sind: Öl- und Gasförderung, Kohlebergwerke, Autohersteller und Kraftwerke.

Der Hintergrund der Untersuchung: Umweltschützer und Klimaaktivisten setzen die Finanzbranche seit Jahren unter Druck, ihre Investmentstrategie zu ändern und aus Branchen mit hohem CO2-Ausstoß auszusteigen. So hatte Allianz-Chef Oliver Bäte im September eine internationale Initiative großer Versicherungen und Pensionsfonds angekündigt, die bis 2050 mehr als zwei Billionen Euro klimaneutral anlegen wollen.

US-Firmen tun weniger 

US-Firmen wie Blackrock oder die Investmentbank Goldman Sachs tun laut Studie weniger für klimafreundliche Investitionen als die drei europäischen Konkurrenten. Blackrock ist mit sechs Billionen Dollar Kapitalanlagen größter Vermögensverwalter der Welt, Aufsichtsratschef der deutschen Dependance wurde 2016 der CDU-Politiker Friedrich Merz.

Grundlage der Untersuchung waren öffentlich verfügbare Daten, in welche Branchen und Unternehmen die Vermögensverwalter ihr Geld stecken. Beispiel: Hält eine Finanzfirma drei Prozent der Anteile eines Ölproduzenten wie Exxon Mobil, zählt das als dreiprozentiger Anteil an dessen Ölproduktion und den damit verbundenen CO2-Emissionen. Nicht untersucht wurden die Kapitalanlagen anderer großer institutioneller Anleger, etwa der großen Rentenversicherer und Pensionsfonds.




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