„Harter Brexit im Oktober ist vom Tisch, da sich Boris Johnson verrechnet hat“

Mark Dowding, Chief Investment Officer von BlueBay

Auch wenn die Situation in Großbritannien sehr unübersichtlich ist, gehen wir davon aus, dass der Brexit in Richtung Ende 2019 verschoben wird. Dies könnte eine Neuwahl des Parlaments im November zur Folge haben, bei der die Konservativen und Brexit-Parteien für einen schnellen Austritt aus der EU werben und die anderen Parteien in einer de-facto-Allianz stehen.

Im Augenblick gehen viele davon aus, dass die Konservativen bei einem solchen Urnengang als überwältigender Sieger hervorgehen würden. Wir glauben jedoch, dass das Ergebnis viel zu eng ist, um jetzt schon eine Prognose abgeben zu können. Regionale Besonderheiten könnten dazu führen, dass die Konservativen in Schottland Sitze an die SNP und in London sowie im Südosten und Südwesten Englands an die Liberalen verlieren. Wir können uns sogar einen Sieg der Koalition gegen die Tories gut vorstellen.

Diese Entwicklungen sind der Grund für unsere negativen Einstellungen zu UK-Staatsanleihen. Großbritannien bewegt sich rasch in Richtung einer lockeren Fiskalpolitik, das macht Zinssenkungen weniger wahrscheinlich. Im Gegenteil, sollte eine Labour-Regierung an die Macht kommen, könnte eine progressive Fiskalpolitik mit Ziel auf Infrastruktur, grüner Technologie und Nationalisierung sogar zu deutlich steigenden Zinsen führen.

Eine Abkehr vom Brexit könnte das Wirtschaftswachstum anschieben und zu steigenden Zinsen im Verlauf von 2020 führen. In diesem Zusammenhang halten wir es für unwahrscheinlich, dass Großbritannien eines der Negativ-Zins-Länder wird. Erwartungen von 10-Jahres-Renditen unter 0,4% scheinen uns doch sehr übertrieben. Entsprechend favorisieren wie auch eine Long-Position beim Pfund Sterling.




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