Illiquiditätsprämien unter Druck

Die deutlich gestiegene Investorennachfrage bringt die Illiquiditätsprämien bei einigen Private-Debt-Anlagen unter Druck. Handels- und Exportfinanzierungen bieten jedoch nach wie vor attraktive Ertragsquellen. Das Volumen des Marktes für handelsbezogene Kredite beträgt 16 Billionen US-Dollar.

Die Finanzmarktregulierung der vergangenen Jahre hatte einige unbeabsichtigte Folgen. Unter anderem steigt durch sie der Druck auf die Illiquiditätsprämien an den Privatmärkten, da Illiquidität zu einer gefragten Risikoprämie geworden und die Investorennachfrage nach Private-Debt-Anlagen stark gestiegen ist. Im Ergebnis bedeutet das, dass sich die Spreads dieser weniger liquiden, komplexeren Anlageklassen zunehmend denen ihrer liquiden Pendants angleichen.

Aktuell erleben wir einen regelrechten Run in verschiedene Private-Debt-Segmente. Gleichzeitig steigen auch die Liquiditätskosten an den klassischen Bond-Märkten. Allerdings gibt es auch in diesem Umfeld noch Märkte, die durch attraktive und stetige Illiquiditätsprämien höhere Renditen bieten, ohne Investoren im Gegenzug mit ausgefallenen neuen Risiken zu belasten.

Operative Aspekte stellen große Herausforderungen dar

Die Einengung der Illiquiditätsprämien ist nicht überall in gleichem Maße zu beobachten: Einige Private-Debt-Anlageklassen bieten immer noch einen relativ stabilen Ausgleich für die Illiquidität. Investoren, die Illiquidität in höhere Erträge verwandeln wollen, müssen vor allem die komplexen Faktoren betrachten, die die Illiquidität maßgeblich bestimmen. Handels- und Exportfinanzierungen sind gute Beispiele für Anlagen, an denen diese Komplexität erstens beherrschbar ist und zweitens voraussichtlich auch dauerhaft anhält. Entscheidend ist dabei, dass die grundlegenden Kreditrisiken denen herkömmlicher Unternehmens- und Staatsanleihen entsprechen, d. h. der zusätzliche Risikoaufschlag gegenüber liquiden Anleihen basiert nur auf der strukturellen und operativen Komplexität der Anlageklasse und nicht auf versteckten oder obskuren Marktrisiken. Eine Anlage in Handels- und Exportfinanzierungen bietet daher Investoren, die ihre Rendite bei Investitionen mit geringem Kreditrisiko steigern wollen, eine überzeugende Möglichkeit, bei der sie auch von sehr niedrigen Kapitalkosten profitieren.

Langjährige Erfahrung notwendig

Da Handels- und Exportfinanzierungen entweder längere Laufzeiten und ein AAA-Rating aufweisen (wie bei staatlich garantierten Exportfinanzierungen) oder sehr kurze Laufzeiten von weniger als 180 Tagen bei einem Rating von BBB/BB (Handelskredite), profitiert der Investor von einer konservativen Positionierung. Dabei können staatlich garantierte Exportkredite als defensiver, renditestärkerer Ersatz für Staatsanleihen oder Investment-Grade-Kredite eingesetzt werden. Kurzfristige Handelskredite können als kapitaleffizienter Ersatz für Unternehmensanleihen oder sogar als Cash-Ersatz mit optimierter Rendite fungieren. Aufgrund der Größe und Beschaffenheit der Märkte für Handels- und Exportfinanzierungen – das Volumen des Marktes für handelsbezogene Kredite beträgt weltweit 16 Billionen US-Dollar – ist ihre Illiquiditätsprämie stabiler. Allerdings stellen die operativen Aspekte eine Herausforderung dar. Daher ist ein Partner entscheidend, der über langjährige Erfahrung und die entsprechende Infrastruktur verfügt. Nur so lässt sich eine Anlagestrategie umsetzen, die robust und replizierbar ist.




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