(Infra-)Struktur beflügelt das Depot

Plus 10,7 Prozent – das war die Jahresperformance 2016 des weltweit investierenden Infrastrukturfonds Ve-RI Listed Infrastructure. Im Fokus des Fonds (DE0009763342) stehen die Kerninfrastruktursegmente Energie, Kommunikation, Transport und Wasser.

Christian Riemann, Portfoliomanager bei Veritas Investment, hat mit Global Investor im Interview Details zum erfolgreichen Fondskonzept erläutert:

Herr Riemann, welche Werte kommen für Ihren Fonds in Frage?

Riemann: Zwei Kriterien stehen am Anfang unseres systematischen und prognosefreien Investmentprozesses, bevor es in die tiefere Analyse geht. Zum einen müssen die Unternehmen tatsächlich mindestens die Hälfte ihres Umsatzes mit Kerninfrastruktur machen. Das heißt, z.B. mit der Bereitstellung von Netzen aller Art wie für Transport, Telekommunikation oder Öl, Gas und Wasser. Zum anderen muss ein ausreichendes Handelsvolumen zur Verfügung stehen. So reduzieren wir vorab schon mal das Anlageuniversum von rund 1.900 auf etwa 300 potentielle Unternehmen weltweit.

Wie stellen Sie ihr Portfolio dann zusammen?

Riemann: Um nun die 30 Aktien zu bestimmen, die in unser Portfolio aufgenommen werden, nutzen wir das von uns entwickelte Quality-Value- Modell. Dieses bildet eine Rangfolge unterbewerteter Qualitätsaktien. Dieses Kriterium fließt mit 50 Prozent in die Bewertung ein.
Darüber hinaus werden Aktien mit hohen Verlustrisiken durch den extreme Value-at-Risk identifiziert, der mit 40 Prozent gewichtet wird. Weitere 10 Prozent steuern im Investmentprozess Nachhaltigkeits- beziehungsweise ESG-Aspekte bei. Das Ergebnis: Ein global diversifiziertes Portfolio aus den nach unserer Meinung 30 besten börsennotierten Unternehmen aus dem Sektor der Kerninfrastruktur. Diese Werte werden dann gleichgewichtet aufgenommen.

Mit 40 Prozent ist der extrem Value-at-Risk besonders hoch gewichtet. Was verbirgt sich denn dahinter?

Riemann: Dabei handelt es sich um ein mathematisches Modell, das Wahrscheinlichkeiten von Kursverlusten in bestimmter Höhe beim Eintritt von Extremereignissen berechnet. Dieses Modell berücksichtigt Erkenntnisse aus der Naturkatastrophenforschung. Auch dort geht es darum, die Folgen von Extremereignissen abzuschätzen und möglichst zu begrenzen. Im Ergebnis bevorzugen wir damit Aktien, die relativ unbeschadet durch volatile Zeiten an den Finanzmärkten kommen.

Durch den extrem Value-at-Risk machen wir unser Portfolio resistenter gegenüber Kurseinbrüchen.

Wie oft passen Sie das Portfolio an?

Riemann: Eine Überprüfung und eventuelle Anpassung erfolgt alle drei Monate. Dann werden auch alle Werte wieder auf ihren Ausgangswert zurückgesetzt.

Noch eine Frage zum Schluss: Warum sollte man in Infrastruktur investieren?

Riemann: Festgelegte Nutzungsgebühren sichern Unternehmen aus dem Sektor Kerninfrastruktur stabile Einnahmen, die meist unabhängig von konjunkturellen Entwicklungen bleiben. Die Höhe der vereinnahmten Nutzungsentgelte ist in der Regel auch an die Inflationsrate gekoppelt und amtet mit dieser mit, falls diese hoch geht. Im Regelfall ist auch die Wettbewerbssituation eingeschränkt. Denn wo ein Infrastrukturnetz bereits ist, wird selten ein Zweites daneben errichtet.

Interview: Tim Rademacher




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