„Unaufhörlich wachsende Kapitalmärkte“

Nach der Aufhebung der Sanktionen reisten viele Wirtschaftsdelegationen nach Iran, um alte Beziehungen wieder aufleben zu lassen oder neue zu knüpfen. Der CEO der Teheraner Börse berichtet, warum ihr Interesse berechtigt ist.

Iran ist als eines des größten und bedeutendsten Länder in der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) bekannt. Das Land verfügt über reichlich Naturschätze, besonders erwähnenswert ist aber das Humankapital mit einem hohen Anteil an Uniabsolventen. Iran hat die zweitgrößte Bevölkerung der Region mit 80 Millionen Menschen, von denen 30 Prozent unter 20 Jahren und 75 Prozent unter 45 Jahren sind. Es hat weltweit die drittgrößten Öl- und Gasreserven und große Mineralvorkommen mit Zink, Blei und Kupfer. Zahlreiche Nutzpflanzen, die aus dem abwechslungsreichen Klima resultieren, machen Iran zu einem der größten Agrar-Lieferanten. Der aktuelle Bericht der iranischen Zentralbank gibt den Anteil am BIP von Öl mit 15 Prozent an, neun Prozent entfallen auf die Landwirtschaft, 23 Prozent auf den Industrie- und Bergbausektor sowie 53 Prozent auf den Service-Sektor.

Das BIP 2014 betrug 425 Milliarden US-Dollar. Die Regierung drückte die Inflationsrate von über 30 Prozent auf zehn Prozent und schaffte es, den Geldmarkt zu regulieren sowie die Wechselkurse zu stabilisieren. Diese Beruhigung der Wechselkurse ist entscheidend, insbesondere, da die Erdöl-Einnahmen aufgrund der starken Preisrückgänge in den letzten Jahren abgefallen sind. Aufgrund des Anstiegs von Ölpreisen und Erdölexporten sollten sich die Wechselkurse noch weiter erholen.

Mit der Aufhebung der Sanktionen sind bessere Aussichten für die iranische Wirtschaft für das kommende Jahr zu erwarten. Diese positive Einstellung spiegelt sich in den Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank wider. Der IWF erwartet ein Wachstum von 5,8 Prozent in 2016 und 6,7 Prozent in 2017.

Die Geschichte des Kapitalmarktes begann vor 48 Jahren und ist von vielen Schwankungen gekennzeichnet. Der Markt war von einigen schwerwiegenden Problemen betroffen, wie Sanktionen, die den Bankensektor, die petrochemische Industrie, die Automobilherstellung und den Stahlsektor betrafen, Wechselkursausbrüche, Atomdiskussionen, Ölpreistiefs, Inflationen und tiefe Rezessionen. In der momentanen Situation, nach Aufhebung der Sanktionen und der Öffnung gegenüber den internationalen Märkten, hat sich die Perspektive verschiedener Industrien verbessert, wie es nach der Freigabe der eingefrorenen Guthaben sowie Banküberweisungen auch zu erwarten war.




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