Knight Frank veröffentlicht den Global House Price Index Q2 2019

Kate Everett-Allen, International Residential Research bei Knight Frank

Laut des neuesten Global House Price Index der unabhängigen Immobilienberatungsgesellschaft Knight Frank stiegen die durchschnittlichen Preise für Wohnimmobilien im Vorjahresvergleich in mehr Ländern und Regionen als zu jedem anderen Zeitpunkt im letzten Jahrzehnt. Jedoch verlangsamt sich das durchschnittliche Wachstum verlangsamt sich angesichts der globalen Unsicherheit erheblich.

„Der Global House Price Index Q2 2019 befindet sich zwar noch im positiven Bereich, verzeichnete jedoch für sechs Quartale in Folge eine Verlangsamung des jährlichen Wachstums“, kommentiert Kate Everett-Allen, International Residential Research bei Knight Frank. Von Handelskriegen (USA/China und Japan/Südkorea) über den Brexit und politische Proteste bis hin zu schwächeren Wirtschaftsprognosen: Der Gegenwind nimmt zu und belastet die Stimmung der Verbraucher, trotz zahlreicher Zinssenkungen in den letzten drei Monaten.

China setzt sich erstmals seit 2010 an die Spitze des Index. Mit einem Wachstum von 10,9 % ist das Land der schwächste Top-Performer seit dem ersten Quartal 2009. Das Land konnte die „Pole Position“ einnehmen, weil Slowenien und Lettland, die Erstplatzierten des letzten Quartals, schneller an Fahrt einbüßen.

Vor diesem Hintergrund kann es überraschen, dass in diesem Quartal die höchste Zahl an Ländern und Regionen (93 %) seit 2009 im Vorjahresvergleich eine nahezu unveränderte oder positive Preisentwicklung verzeichnete. „Kurz gesagt: Mehr Standorte zeigen im Vorjahresvergleich steigende Preise, doch der durchschnittliche Anstieg verlangsamt sich“, so Kate Everett-Allen.

Alle Mitgliedsländer der G7 – die wichtigsten Industrieländer der Welt, die kürzlich ihren 45. Gipfel in Biarritz abhielten – mit Ausnahme von Frankreich mussten in den vergangenen zwölf Monaten eine Verlangsamung ihrer Wachstumsrate hinnehmen, doch nur in Italien kam es in diesem Zeitraum zu einem Preisrückgang.

Eine Analyse der einzelnen Weltregionen zeigt, dass Lateinamerika sich im Jahr bis Juni 2019 am besten entwickelt hat. Mexiko, Chile und Kolumbien verzeichneten ein jährliches Preiswachstum von über 7 %. Wachsende Volkswirtschaften, steigende Löhne und besserer Zugang zu Krediten stärken die Nachfrage.

In Europa ist das schwächere Wachstum ein allgegenwärtiges Thema, ei dem jedoch einige interessante Trends genauer zu betrachten sind: Österreich liegt mit 7,3 % nun vor Deutschland mit 5,0 %, Portugal (7,8 %) steigt auf und die mittel- und osteuropäischen Länder zeigen mit der Tschechischen Republik (9,4 %), Ungarn (9,2 %) und Bulgarien (7,3 %) eine weiterhin starke Performance.

Großbritannien ist im globalen Ranking angesichts der wachsenden Unsicherheit rund um den Brexit vom 36. Platz im vergangenen Jahr auf den 48. Platz abgerutscht. Der Markt ist jedoch weiterhin stark lokal geprägt: Einige Städte wie Birmingham, Plymouth und Cardiff entwickeln sich überdurchschnittlich gut und im Premiumsegment des Marktes gibt es Anzeichen aufgestauter Nachfrage.

In nur vier Ländern – Marokko, Italien, Finnland und Australien – gingen die Jahrespreise zurück. Angesichts zweier Zinssenkungen in diesem Jahr, neuer Anreize zur Kreditaufnahme und Preisen, die die Talsohle erreicht haben, gehen wir jedoch davon aus, dass Australien in der zweiten Hälfte 2019 in den Rankings aufsteigen wird.




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