Könnte es TUI ähnlich ergehen wie Thomas Cook?

Mark Benbow, Manager des Kames Short-Dated High Yield Bond Fund

Die Pleite von Thomas Cook sollte TUI zum Margengewinner machen, da letzterer der einzige verbleibende Touristikkonzern mit lokalen Reisebüros ist. In Großbritannien hatte Thomas Cook einen Marktanteil von ca. 8 % gegenüber TUI von ca. 19 %. In Deutschland betrug der Anteil von Thomas Cook ca. 10% gegenüber TUI mit ca. 17%. In beiden Ländern sollte TUI aufgrund des Ausscheidens von Thomas Cook signifikante Marktanteile dazugewinnen. Auch wenn die Öffentlichkeit besorgt ist, ein Zusammenbruch wie bei Thomas Cook könnte sich auch bei TUI wiederholen, so sollten sie sich doch bewusst sein, dass die Bilanzen beider Unternehmen völlig unterschiedlich sind. Zum einen wird TUI bei BB vs. D um 10 Stufen höher eingestuft. Auch in der Kapitalstruktur verfügt TUI mit 5,4 Mrd. gegenüber 2,3 Mrd. Fremdkapital (Quote 2,3x) über einen signifikanten Anteil an Eigenkapital. Im Vergleich dazu hatte Thomas Cook kein Eigenkapital, da der Fremdkapitalhandel unter dem Nennwert lag. Aufgrund dessen war Thomas Cook nicht in der Lage, Bezugsrechtemissionen durchzuführen. TUI hat mit 19 Mrd. EUR Umsatz zu 9 Mrd. £ einen größeren Umfang und entscheidenden Zugang zu Liquidität.

Ursache(n) für die Pleite von Thomas Cook

Was die Pleite von Thomas Cook letztlich verursachte, war weder der Brexit, noch der Margendruck, noch ein heißer britischer Sommer, sondern letztlich die Banken, die ihre Finanzierungslinien ziehen. Dies vollziehen sie, wenn sie sich um die Liquiditätslage eines Unternehmens sorgen. Mit einem Kassenbestand von fast 1,5 Milliarden Euro ist TUI jedoch eine ganz andere Geschichte als Thomas Cook.




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