Kommunikation der Gabelstapler

Nach der Vernetzung der Computer steht nun die Vernetzung der Dinge an: Maschinen, Hausgeräte, Autos und vieles mehr. Ohne Frage ein Riesenmarkt, der große Chancen bietet.

Die Zahl spricht für sich: Bis 2020 sollen 50 Milliarden Geräte im Internet der Dinge miteinander verbunden sein. Dadurch entsteht nach Angaben von McKinsey bis 2025 ein Mehrwert von bis zu 11,1 Billionen Dollar – vor allem durch Fortschritte in der Produktion, im Gesundheitswesen oder durch smarte Städte. Das Internet of Things (IoT) wird Geschäftsprozesse und -modelle so stark verändern, dass es einer der großen Wachstumstreiber der nächsten Jahre sein wird. Die Boston Consulting Group geht von einem Markt aus, der schon in wenigen Jahren im dreistelligen Milliarden-Bereich liegen wird. IDC erwartet bis 2020 allein bei IoTApps ein Marktvolumen von 193 Milliarden Euro. SAP investiert daher in den kommenden fünf Jahren zwei Milliarden Euro in das IoT. Darüber hinaus sollen IoT-Labs unter anderem in Berlin, Paris, München, Palo Alto und Shanghai entstehen. Dort sollen gemeinsam mit Partnern Produkte und Lösungen entwickelt werden. Gerade Start-ups kommt eine bedeutende Rolle zu; deshalb gibt der IoT Start-up Accelerator in Berlin Starthilfe: Bis zu zehn Unternehmen sollen gleichzeitig drei bis vier Monate an ihren Projekten arbeiten können. SAP-Mitarbeiter helfen ihnen bei der Vermarktung ihrer Produkte.

Neue Zukunftsmodelle: Automatisierung und maschinelles Lernen

Der durch das IoT ausgelöste Wandel wird sich nicht nur auf Unternehmen, sondern auch auf den Alltag auswirken. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen werden Möglichkeiten bis hin zu autonomen Systemen öffnen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden zunächst Fertigung und Logistik vom IoT profitieren, zum Beispiel die Nachverfolgung im Transportmanagement. Warenströme erfordern eine hohe Transparenz, was die Standorte von Fahrzeugen und Containern betrifft. Schon bald kann jedes Transportmittel, jedes Produkt und jede Maschine immer über Ort, Zustand und Eigenschaften Auskunft geben. Physische Produkte erhalten dann einen „digitalen Zwilling“, der den Lebenszyklus des Produkts digital abbildet und als Simulationsmodell und Träger von Produktions- und Lebenszyklus-Informationen dient. Der Vorteil ist, dass sich zu jedem Zeitpunkt Rückschlüsse aus dem aktuellen Gebrauch ziehen lassen. Das ist in der Qualitätssicherung wichtig, denn Mängel fallen somit schneller auf als bisher. Die Entwicklungsabteilung kann sich wiederholende Mängel leichter erkennen und beheben, während sich in der Produktion die Wege verkürzen und die Prozesse beschleunigen.

Künftig werden Systeme zudem über „Machine Learning“ selbstständig lernen und Informationen in sogenannte Asset-Management-Systeme zurückspielen, die sämtliche Daten über den Lebenszyklus eingesetzter Maschinen und Geräte im Netzwerk sammeln.

Wie das aussehen kann, zeigt die norwegische Firma Fedem, die sich unter anderem mit der Wartung von Anlagen an unzugänglichen Orten beschäftigt, etwa Windparks in der Arktis oder Ölplattformen. Über den digitalen Zwilling simuliert Fedem die Abnutzung jeder Gerätekomponente. Der Zustand des Objektes lässt sich in Echtzeit erkennen, so kann man erkennen, wann ein Bauteil zu verschleißen droht und ausgetauscht werden muss, bevor es einen Defekt aufweist.

Ein weiteres Beispiel ist Plat.One. Das IoT-Start-up mit Wurzeln in Italien und Kalifornien hat erkannt, dass Daten idealerweise nicht nur in zentralen Systemen wie der Cloud analysiert werden sollten, sondern bereits direkt im Gerät. SAP hat das Start-up vor Kurzem übernommen, denn das Unternehmen bringt eine große Anzahl von Schnittstellen und Protokollen mit sich, die das Anbinden unterschiedlicher Komponenten und Maschinen auf der Ebene der Operations Technology erlauben.




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