Krieg der Daten 4.0 – Cybersicherheit im Fokus

Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft lässt Cybersecurity zu einem Megatrend avancieren. Fünf Paradigmenwechsel sieht Prof. Dr. Norbert Pohlmann, der die Professur für Verteilte Systeme und Informationssicherheit an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen leitet.

Informationstechnik (IT) und das Internet sind Motor und Basis für das Wohlergehen unserer modernen und globalen Informations- und Wissensgesellschaft. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass die heutigen IT-Architekturen unserer IT-Systeme, wie Endgeräte, Server und Netzkomponenten nicht sicher genug konzipiert und aufgebaut sind, um den Fähigkeiten von intelligenten Hackern standzuhalten. Täglich können wir den Medien entnehmen, wie sich kriminelle Hacker die unzureichende Qualität der Software für erfolgreiche Angriffe zu Nutze machen, Malware installieren, Passwörter sowie Identitäten stehlen, mit Fake News Wahlen beeinflussen sowie unsere Endgeräte ausspionieren. Wenn wir diese Probleme in der Zukunft nicht mit wirkungsvolleren Cybersicherheitslösungen in den Griff bekommen und damit Vertrauen aufbauen, wird uns eine nachhaltige Digitalisierung nicht gelingen.

Wirtschaftsspionage verursacht erheblichen Schaden

Der Schaden im Bereich Wirtschaftsspionage in Deutschland beläuft sich laut einer Bitkom Studie auf 55 Milliarden Euro im Jahr. Ein derartig hohe Schadenssumme können sich Staaten wie Deutschland nicht leisten, insbesondere,
weil er kontinuierlich größer wird. Die Angreifbarkeit der IT und des Internets nimmt zu und Werte, die als Bits und Bytes auf unseren IT-Systemen zur Verfügung stehen, werden immer risikobehafteter für die einzelnen Unternehmen, die Bürger und den Staat.

Eine weitere und immer bedeutsamere Herausforderung ist der Cyberkrieg. Angriffe auf Kritische Infrastrukturen, wie Energie-, Wasser-, Lebensmittel-, Gesundheitsversorgung, stellen eine prinzipiell höhere Angreifbarkeit unserer Gesellschaft dar, sie bilden eine neue Ebene der existenziellen Bedrohung und werden daher die ökonomische Relevanz der Cybersicherheitsindustrie stark vergrößern.

Dank Stuxnet haben wir lernen müssen, dass mit einem verhältnismäßig geringen Kostenaufwand von rund neun Millionen US-Dollar für eine intelligente Malware politische Ziele einfach und sehr erfolgreich umsetzbar sind. Mit der intelligenten Malware Stuxnet konnten US-Amerikaner und Israelis die Uranaufbereitung im Iran um zwei Jahre verzögern können.

Cyberkrieg ist ein allgegenwärtiges Problem

Die schreckliche Alternative wäre gewesen, hunderttausend Soldaten in den Iran zu entsenden. Das hätte nicht nur Kosten von mehreren Milliarden US-Dollar verursacht, sondern auch unzählige Menschenleben aufs Spiel gesetzt. Wir müssen uns auf diese neue Wirklichkeit von Cyberkrieg professionell einstellen und deutlich mehr und wirkungsvollere Cybersicherheitslösungen einsetzen, um uns als Gesellschaft zu schützen.




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