Manage-to-Core ist nichts für Anfänger

Die Preise hochwertiger Immobilien steigen. Die Nachfrage nach modernen Bürogebäuden übertrifft das Angebot in deutschen Großstädten; trotzdem erfreuen sich Core-Objekte anhaltender
Beliebtheit. Manage-to-Core kann eine alternative Anlagestrategie bieten. Marc Driessen, Geschäftsführer von Hansainvest, kommentiert.

Zahlreiche Anleger setzen in unsicheren Zeiten auf deutsche Immobilien. Politisch und wirtschaftlich stabil, bietet Deutschland einen attraktiven Anlagemarkt. Dadurch steigt allerdings die Konkurrenz: Lange Zeit war London Europas wichtigste Adresse für globale Anleger, doch aufgrund des Brexit ist der Immobilienstandort bei Kunden weniger gefragt. Das bestätigt eine Studie von Real Capital Analytics, derzufolge Deutschland 2016 erstmals mehr Umsätze mit dem Vertrieb von Gewerbeimmobilien erwirtschaftet hat als der englische Konkurrent, der in diesem Bereich lange Spitzenreiter war.

Viele internationale Anleger setzen auf das Core-Segment deutscher Immobilien. Nicht nur nationale Versicherer bevorzugen dieses Segment, auch bei internationalen Staatsfonds und Family Offices ist es begehrt. Angesichts von Strafzinsen und anderen Anlagerisiken geben sich Käufer häufig mit bescheidenen Renditeerwartungen zufrieden.

Im vergangenen Jahr stellten Core-Objekte zum wiederholten Mal den größten Anteil der Immobilieninvestments deutscher Großanleger dar, trotz der steigenden Konkurrenz und zunehmenden Produktverknappung. „Im aktuellen Marktumfeld bleiben den deutschen Anlegern kaum andere attraktive Möglichkeiten, als sich auf ihre Immobilienquote zu fokussieren“, sagt Christian Bock, Head of Institutional Business bei der GEG German Estate Group. „Damit konkurrieren sie nicht nur mit den einheimischen Anlegern um die Immobilien, sondern müssen sich den Markt der immer knapper werdenden Core-Objekte auch mit dem internationalen Kapital, das in großen Mengen auf den deutschen Immobilienmarkt strömt, teilen.“

Indirekte Anlagelösungen sind eine Alternative zum Direktkauf umkämpfter Investitionsobjekte. Dies wird zunehmend wichtiger für institutionelle Anleger. Insbesondere für die Versicherungsbranche müssen indirekte Investitionen alle Objekt-, Rendite-, und Solvency-II-Anforderungen erfüllen. Manage-to-Core-Fonds entsprechen diesen Kriterien.

Früher sprachen Fondsmanager von einer Value-Add-Fantasie, die sie für ihre Produkte entwickelten. Mittlerweile ist das Wertsteigerungspotenzial von Objekten weniger ein kreativer Marketingansatz, sondern vielmehr notwendig, um Renditeziele zu erreichen. Das erfordert die Kooperation von Fonds- und Objektmanagement. „Es reicht nicht aus, nur Expertise in einer Disziplin zu besitzen“, sagt Ulrich Höller, Vorstandsvorsitzender der GEG. Der Vorsitzende hat sein Unternehmen in drei Geschäftsfeldern positioniert: lnstitutional Business, Opportunistische Investments und Projektenwicklungen. „Institutionelle Anleger können so von der bereichsübergreifenden Expertise unseres Hauses profitieren“, so Höller weiter.




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