Negativ-Rückkopplung treibt Safe Haven Assets an

Aneeka Gupta, Associate Director WisdomTree

Das Spiel zwischen Trump, China und der US-Notenbank (Fed) führt zu einer negativen Rückkopplungsschleife, die dazu führen dürfte, dass Anlagen wie Gold und Silber im Laufe des Jahres 2019 weiter hoch notieren. Trumps Ankündigung, die Zölle auf die verbleibenden chinesischen Waren im Wert von 300 Mrd. US-Dollar ab dem 1. September 2019 auf 10 Prozent zu erhöhen, hat die Finanzmärkte erschüttert und den Weg für einen signifikanten Marktverkauf geebnet.

Die Ankündigung erfolgte zufällig einen Tag nach der Sitzung des Federal Open Market Committee (BOMK) vom 30. bis 31. Juli 2019. Wie erwartet senkte die Fed die Zinsen um 25 Basispunkte (bps) und beendete das Programm der Quantitativen Straffung.

Die eigentliche Überraschung gab es auf der Pressekonferenz nach der Sitzung, auf der der Fed-Vorsitzende Jay Powell kämpferisch auftrat, als er auf die Zinssenkung nur als „zyklische Anpassung der Politik“ und „nicht als Beginn einer langen Serie von Zinssenkungen“ anspielte und damit die Aussicht auf weitere Zinssenkungen dämpfte. Powell nannte auch die Handelsunsicherheiten als eine der drei Säulen, die zur Entscheidung über die Senkung der Quartalspunkte führten.

Trumps Ankündigung einer Zollerhöhung für chinesische Waren ist höchstwahrscheinlich eine Taktik, die von ihm verwendet wird, um die Fed zu veranlassen, die Zinsen weiter zu senken. Diese zielt darauf ab, den Schlag auf das US-Wirtschaftswachstum abzumildern, während Trump den Einsatz gegen China erhöht. Gleichzeitig ist China entschlossen, die führende Wirtschaftsmacht der Welt zu sein und wird sich von Trump nicht aufhalten lassen.

Als Reaktion auf Trumps Zollankündigung hat die chinesische Regierung staatliche Unternehmen angewiesen, die Einfuhr von US-Agrarprodukten einzustellen und hat den chinesischen Yuan abgewertet. China ist sich auch strategisch des übergreifenden Ziels von Trump bewusst – die US-Präsidentschaftswahlen 2020 zu gewinnen, und wird wahrscheinlich eine härtere Handelsposition einnehmen, um Trumps Chancen auf den Sieg zu verringern. Die Realität ist, dass das US-Wirtschaftswachstum bisher stabil erscheint.

Der jüngste Beschäftigungsbericht bestätigt, dass sich die US-Verbraucher weiterhin in einer stabilen Verfassung befinden, sich aber das Wachstum der Arbeitsplatzschaffung verlangsamt. Das Lohnwachstum bleibt gedämpft und der PCE Core Deflator liegt bei 1,6 Prozent im Jahresvergleich (yoy), was die letzte Zinssenkung der USA rechtfertigt. Wir glauben, dass die Fed nur dann wieder zum Handeln gezwungen sein wird, wenn sich die Verschlechterung des Welthandels sich auf die US-Wirtschaft auszuwirken beginnt. Dies scheint wahrscheinlich zu sein, da die US-Regierung und die chinesische Regierung in der Handelspolitik eine harte Haltung einnehmen.

Die Goldpreise notieren auf einem 6-Jahres-Hoch, da sich die Spannungen zwischen den USA und China verschärfen. Die zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit im Welthandel belebt den Safe-Haven-Status von Gold und steht weiterhin im Vordergrund der Anleger.

Negativ-Rückkopplung treibt Safe Haven Assets an Dies zeigt sich an den Netto-Positionierungsdaten für spekulative Futures auf Goldfutures, die nun bei 292.847 Kontrakten liegen – mehr als eine Standardabweichung über ihrem Fünfjahresdurchschnitt, so die Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Zudem beliefen sich die Netto-Notenbankkäufe im ersten Halbjahr 2019 auf 374,1 Tonnen, 57 Prozent mehr als im Vorjahr und den höchsten Stand seit ihrer Aufnahme als Nettokäufer im Jahr 2010 nach Angaben des World Gold Council (WGC).

Diese Rekordkäufe der globalen Zentralbanken unterstreichen die Notwendigkeit, ihre Reserven vom US-Dollar weg zu diversifizieren. Der Kauf von Gold durch die Zentralbank ist in der Regel das klebrigere Geld und darf nicht unterschätzt werden. Gold steht auch in umgekehrter Relation zum US-Dollar, und wir erwarten, dass sich die weitere Schwäche des US-Dollars entfalten wird.

Dies ist auf den zusätzlichen Druck von Trump auf die Fed, den reduzierten Renditevorteil des Dollars gegenüber Alternativen außerhalb des US-Dollar und die Ausweitung der Staatsverschuldung zurückzuführen ist, die mit dem Wirtschaftswachstum der USA überproportional wachsen wird.

Die historische Verwendung von Silber als Währung, ein Mittel zur Werterhaltung und seine starke Korrelation zum Halten (fast 80 Prozent) in den letzten zehn Jahren sprechen dafür, dass Silber inmitten des volatilen Marktumfelds auf der Erfolgswelle des Goldes mitschwimmen wird.




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