Nouriel Roubini: Sechs Gründe gegen Trumponomics

Bisher scheinen die internationalen Finanzmärkte unbeeindruckt von Trumps chaotischer Präsidentschaft. Der renommierte US-Ökonom Nouriel Roubini warnt jedoch vor einem Ende der Finanzmarkt-Flitterwochen Trumps und führt sechs Gründe an.

Roubini prophezeit in einem Meinungsbeitrag auf der Website der britischen Tageszeitung “The Guardian” das Ende von Trumps “Flitterwochen mit den Finanzmärkten”:

1. Langfristige Zinssteigerung
Zwar könnten die erwarteten steuerlichen Anreize eine positive Wirkung auf die Aktienkurse gehabt haben – allerdings führten diese Anreize auch zu höheren langfristigen Zinsen, die sich negativ auf Investitionen und zinsempfindliche Branchen wie den Immobilienmarkt auswirken könnten.

Darüber hinaus werde der erstarkende Dollar vor allem Jobs in den Trump-affinen Arbeiterschichten zerstören. Roubini kommt zu dem Schluss, dass die Aufwertung des US-Dollars seit der Wahl langfristig geschätzte 400.000 Arbeitsplätze kosten könnte.

Zudem könne das Trumpsche Konjunkturpaket wesentlich umfangreicher ausfallen, als bisher von den Finanzmärkten erwartet und eingepreist. Republikanische Präsidenten könnten Steuersenkungen kaum widerstehen, bekämen dann aber wiederum Probleme auf der Einnahmeseite, insbesondere wenn der Wille fehle, die Ausgaben zu senken. Sollte auch Trump dieser Versuchung erliegen, werde das Haushaltsdefizit die Zinsen und den Dollarkurs weiter erhöhen und langfristig der Wirtschaft schaden.

2. Schreckgespenst Inflation
Ein zweiter Grund ist dem US-Ökonom zufolge das Schreckgespenst der Inflation. Da sich die Vereinigten Staaten bereits nah an der Vollbeschäftigung bewegten, würden die Steueranreize die Inflation stärker befeuern als das Wirtschaftswachstum. Dies würde die Fed zu früheren und schnelleren Zinserhöhungen zwingen, was den Dollar noch weiter aufwerten würde.

3. Risiko Handelskriege
Der Politikmix aus extrem lockerer Steuerpolitik und extrem strenge Geldpolitik werde die finanzielle Lage weiter zuspitzen, da die Einkommen und Beschäftigungsaussichten der Arbeiterklasse weiter beschnitten würden. Dies zwinge die US-Regierung noch protektionistischer zu werden, um sich die Unterstützung der Arbeiter zu sichern, wodurch wiederum das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne gedämpft würden. Die daraus resultierenden Handelskriege träfen Volkswirtschaften und Märkte auf der ganzen Welt.




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

]

Bei unseren Lesern momentan beliebt