Null- und Minuszinsen nicht realistisch für Bauherrn

Tina Reisewitz, Kreditvergleich.net

Die durchschnittlichen Zinsen für Baufinanzierungen sind seit Jahresanfang um rund 40 Prozent gefallen. Das ergab eine aktuelle Erhebung des Fachportals Kreditvergleich.net. Lag der über alle Zinsbindungsfristen und Beleihungsausläufe gemittelte Zinssatz für Baugeld im Januar 2019 noch bei 2,15 Prozent, sank jener im August auf 1,26 Prozent (Stand: 19.08.2019). Berechnet wurde der Wert auf Basis der Mindest-Sollzinsen von 13 Banken bzw. Vermittlern.

Wie die Beispielrechnung, ausgehend von 200.000 Euro Darlehenshöhe (Tilgungssatz 2,00 Prozent, 10 Jahre Zinsbindung), zeigt, erzielt der Häuslebauer im August – dank niedrigerer Zinsen – eine Ersparnis von ca. 15.873 Euro. Monatlich werden 543,33 Euro statt 691,67 Euro fällig.

Niedrige Zinsen machen keine größeren Häuser

„Die fallenden Zinsen bedeuten aber nicht, dass der machbare Kaufpreis ansteigen sollte“, erklärt Kreditexpertin Tina Reisewitz von Kreditvergleich.net. „In der Regel würde dies die Eigenkapitalquote reduzieren, was im Endeffekt wieder den Zinssatz beeinflusst.“

Minuszinsen nicht realistisch

Die Expertin des Fachportals geht davon aus, dass die Bauzinsen immer noch nicht auf dem Tiefststand angekommen sind. Indes sollten sich Bauherrn vom Gedanken an Null- oder gar Minuszinsen in diesem Bereich eher verabschieden. Werbezinsen von 0,20 Prozent oder weniger seien nur bedingt realistisch. „Jene greifen lediglich bei immensen Darlehensbeträgen, die mit sehr kurzen Zinsbindungen kombiniert werden. Die monatlichen Raten sind entsprechend hoch“, so Tina Reisewitz. Die Standardfinanzierung liege hingegen durchschnittlich bei effektiv 1,20 bis 1,30 Prozent.




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