Preise für Luxus-Wohnimmobilien steigen weltweit weniger stark an

Kate Everett-Allen,  Partner International Residential Research bei Knight Frank

Der neueste Prime Global Cities Index des unabhängigen Immobilienberatungsunternehmens Knight Frank, der die Entwicklung der Preise für Luxus-Wohnimmobilien in 46 Städten weltweit abbildet, verzeichnete im Jahresverlauf bis zum Juni 2019 einen Anstieg von 1,4 % – eine leichte Verbesserung gegenüber 1,3 % im März 2019, aber immer noch erheblich niedriger als sein Vier-Jahres-Durchschnitt von 3,8 %.

„Der zunehmende wirtschaftliche Gegenwind trägt dazu bei, dass die Preise für Luxusimmobilien weniger stark ansteigen“, kommentiert Kate Everett-Allen,  Partner International Residential Research bei Knight Frank. Führende politische Entscheidungsträger in den Industrie- und Entwicklungsländern haben Zinssenkungen angekündigt, was Gelegenheiten für die risikofreudigsten Anleger bietet

Die Spitzenposition im Index hat Berlin, dessen jährliche Wachstumsrate von 14,1 % im März 2019 jedoch auf 12,7 % im Juni 2019 zurückgegangen ist. Demgegenüber verzeichnete Frankfurt im gleichen Zeitraum einen jährlichen Anstieg der Preise von 9,6 % auf 12,0 %. Mit Preisen für Wohnimmobilien im Luxussektor in Berlin und Frankfurt von derzeit ca. 11.500 EUR pro Quadratmeter bzw. 13.500 EUR pro Quadratmeter bleiben die beiden Städte jedoch nach europäischen Standards wettbewerbsfähig.

35 der 46 der im ,Index abgebildeten Städte (78 %) verzeichneten im Jahresverlauf bis zum Juni 2019 einen Anstieg der Preise. Von den elf Städten, die im Vorjahresvergleich einen Preisrückgang erlebten, waren Istanbul (-9,9 %) und Vancouver (-13,6 %) die schwächsten Märkte.

Sechs europäische Städte befinden sich nun in den Top-Ten, während es im letzten Quartal noch sieben waren: Edinburgh (4,3 %) verzeichnete nur einen moderaten Anstieg der Preise und rutschte auf den 12. Platz.

Madrid und Paris entwickeln sich ähnlich mit einer jährlichen Preiszunahme von 5,2 % bzw. 5,0 %. In beiden Fällen verbergen die genannten Zahlen jedoch Unterschiede auf Stadtteilebene.

In Madrid ist die Entwicklung in Stadtvierteln wie Chamberí sowie in außerhalb gelegenen Nicht-Luxusvierteln sehr gut. In Paris legen die Viertel am linken Seineufer, insbesondere das 6. und 7. Arrondissement, nach einem Anstieg der Preise von über 11 % seit 2017 eine Verschnaufpause ein, während das 18. Arrondissement seinen Aufwärtstrend bei den Preisen fortsetzt.

In Festlandchina verzeichneten Tier-1-Städte wie Beijing (4,5 %) und Guangzhou (2,7 %) im ersten Halbjahr 2019 einen stärkeren Anstieg der Preise für Spitzenimmobilien, was auf zunehmenden Optimismus bezüglich einer möglichen Lockerung der Wohnungspolitik zurückzuführen war, obwohl von Behördenseite erneut Stellung gegen Spekulation bezogen wurde.

In Hongkong (0 %) konnte die Eröffnung mehrerer grenzüberschreitender Infrastrukturprojekte, welche künftig die wirtschaftlichen Beziehungen im Perlflussdelta verbessern dürften, aktuellen Befürchtungen bezüglich des Handelskrieges zwischen den USA und politischen Auseinandersetzungen nicht entgegenwirken.

Die Entwicklung am Markt für Luxusimmobilien in Singapur (0,9 %) bleibt weiterhin gedämpft, da sich die Käufer mit den neuesten Bestimmungen vertraut machen. Dennoch wurden 2019 bislang einige Rekordverkaufspreise erzielt.

Versuche von politischen Entscheidungsträgern zur Stimulierung des Wachstums haben in den letzten drei Monaten zu einer Welle an Zinssenkungen geführt (Abbildung 1). Grund hierfür war das schleppende Wirtschaftswachstum. Viel hängt von den nächsten drei Monaten ab, in denen sich stärkerer Gegenwind abzeichnet. Wir erwarten, dass sich der Index in der zweiten Jahreshälfte 2019 weiter moderat entwickelt, bevor er 2020 wieder anzieht.




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