Projektentwickler: Excel-Datei statt Digitalisierung

Dirk Schumacher, Head of DACH von Reasult

Auch wenn die digitale Transformation in der Immobilienwirtschaft im vollen Gange ist – bei den Projektentwicklern gibt es noch viel Nachholbedarf: Zwei Drittel der befragten Projektentwickler sehen bei der Digitalisierung im eigenen Unternehmen noch deutliches Verbesserungspotenzial.

Dazu passt auch, dass die Abhängigkeit von Excel nach wie vor groß ist. 88 Prozent der Studienteilnehmer setzen Excel im Kerngeschäft ein, die meisten sogar als Hauptsoftware. So lauten zwei zentrale Ergebnisse einer Markterhebung der HfWU Nürtingen-Geislingen im Auftrag des deutsch-niederländischen Softwarehauses Reasult bV, bei der knapp 100 Führungskräfte deutscher Immobilienprojektentwickler befragt wurden.

Auch wenn die meisten Projektentwickler digitale Prozesse für wichtig halten – eine Bedrohung ihres Geschäftsmodells durch Digitalisierung sehen sie nicht. „Der Kern der Projektentwicklung ist Idee, Standort und Kapital zusammenzubringen; das ist eine menschliche Leistung, die durch Digitalisierung nur erleichtert, nicht ersetzt werden kann.“ Dieser Aussage stimmten alle Befragten zu. Die Interviewten erwarten von digitalen Technologien hauptsächlich operative betriebswirtschaftliche Vorteile: Die eingesetzte Software soll die Effizienz und Effektivität steigern, zugleich den Arbeitsablauf erleichtern und die Transparenz erhöhen.

„Excel gilt nach wie vor als Alleskönner bei den Projektentwicklern“, sagt Dirk Schumacher, Head of DACH von Reasult. „Dabei gibt es Softwarelösungen, die das Planen von Projekten sehr viel einfacher gestalten, die Fehlerquote deutlich reduzieren sowie Reportings liefern, die Excel nicht abbilden kann. Anscheinend fehlt vielen Entwicklern der letzte notwendige Anstoß, um sich für eine moderne Softwarelösung zu entscheiden.“

Digitalisierung ist mehr als CAD und digitale Projekträume

Im Einsatz befinden sich zurzeit insbesondere digitale Projekträume und CAD-Programme, gefolgt von BIM und Cloud Computing. Digitale Lösungen sollen nach Angaben der Projektentwickler insbesondere den Bauprozess unterstützen, den Datenaustausch erleichtern sowie die Kommunikation zwischen allen Beteiligten verbessern. Projektakquisition, Personalmanagement und Risikomanagement gehören noch zu den am wenigsten digitalisierten Bereichen.

Prof. Dr. Carsten Lausberg, Professor für Immobilienwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, und Leiter der Studie: „In der idealen Welt wird der gesamte Projektentwicklungsprozess von der Grundstücksakquise bis hin zum Vertrieb, mit allen internen und externen Beteiligten durch digitale Technologien unterstützt. Eine Plattform für alle Leistungen – das ist die Wunschvorstellung der Projektentwickler. Doch der Weg bis dahin ist noch weit.“

Treiber der Digitalisierung sind übrigens die Geschäftsleitung und die jüngeren Mitarbeiter, Bremser überwiegend die ältere Belegschaft. Folglich wird die Mitarbeiterakzeptanz als wichtigstes Kriterium für den Erfolg beim Einsatz von digitalen Lösungen angesehen.

Die vollständige Studie finden Sie hier: Studie




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