Qualität bleibt Trumpf!

Hamed Mustafa, BlackRock

Faktoren bilden gewissermaßendie Grundlage von Anlageportfolios. Es sind breite, dauerhafte Kräfte, welchedie Renditen von Aktien, Anleihen und anderen Vermögenswerten bestimmen.Faktorbasierte Anlagestrategiennutzen die Fortschritte der Datenverarbeitung und moderne Technologie, um diese historischnachweisbarenRenditetreiber gezielt in Portfolios einzusetzen. Investoren, die die Funktionsweise von Faktoren verstehen, können damit Überrenditen erzielen und Risiken reduzieren.

Als Renditetreiber lassen sich zwei Haupttypen von Faktoren unterscheiden: zum einen makroökonomische Faktoren, die über Anlageklassen hinweg funktionieren. Zum anderen Stil-Faktoren, die Renditen und Risiken innerhalb von Anlageklassen erklärenkönnen.

Die akademische Forschung zeigt, dass in Bezug auf Aktien fünf Stil-Faktoren im Vergleich zum breiten Markt langfristige Mehrrenditen erzielen können: geringere Unternehmensgröße (Size) und hohe Unternehmensqualität (Quality) sowie niedrige Bewertung (Value), geringe Schwankungsbreite (Minimum Volatility) und positive Kursdynamik (Momentum) von Aktien. Diese Faktoren wirken abhängig vom Marktzyklus nicht immer in gleichem Maße. Insofern ist die optimale Gewichtung auf Basis regelmäßiger, umfassender Analysen für den Anlageerfolg entscheidend. Stil-Faktoren leisten nach Ansicht des Vermögensverwalters BlackRock einen entscheidenden Mehrwert zur Diversifizierung von Portfolios. Daher unterstützt BlackRockunterstützt Investoren dabei, aktuelle Chancen und Risiken der einzelnen Stil-Faktoren noch besser einzuschätzen, um sie dementsprechend optimal im Portfolio zu berücksichtigen.

Im Rahmen dessen kommentiert Hamed Mustafa, Leiter Institutional Sales Deutschland im Bereich ETF und Index Investing bei BlackRock, ab sofort einmal monatlich die aktuelle Faktor-Sicht von BlackRock.Hamed Mustafa, Leiter Institutional Sales Deutschland im Bereich ETF und Index Investing bei BlackRock:

„Wir bleiben bei unserem Fokus auf Quality-Aktien, sprich auf Papierenqualitativ hochwertiger Unternehmen mit besonders gesunden Bilanzen, und erhöhen unsere entsprechenden Positionen. Vor allem der anhaltende konjunkturelle Abschwung spricht dafür, diesen eher defensiven Faktor momentan überzugewichten. Zudem ist die relative Stärke im Vergleich zu anderen Aktien weiterhin attraktiv, und die Bewertungen auf Basis der erwarteten Gewinne haben sich verbessert.Unsere Positionen in Minimum-Volatility-Aktien mit relativ geringer Schwankungsbreite haben wir ebenfalls ausgebaut und sind dort leicht übergewichtet. Die Bewertungen auf Basis der Cashflows sind im August günstiger geworden, und auch die relative Stärke hat zugenommen. Darüber hinaus spricht das Konjunkturumfeld mit moderaterem, aber nach wie vor robustem Wachstum weiterhin für diesen Faktor.

Im Gegensatz dazu sind wir in Bezug auf Momentum-Aktien, sprich Werte im Aufwärtstrend, zurückhaltender geworden. Denn zum einen bleiben die Bewertungen relativ hoch, auch wenn sie sich verbessert haben. Zum anderen hat die relative Stärke nachgelassen, und das Konjunkturumfeld ist für diesen Faktor nicht ideal.Daher gewichten wir Momentum-Aktien unter.

Im Faktor Size, also bei Aktien kleinerer Unternehmen, halten wir momentan ein moderates Untergewicht. Die relative Stärke bleibt trotz einer leichten Verbesserung schwach, während die Bewertungen attraktiv sind. Gleichzeitig ist das Konjunkturumfeldfür diesen Faktor nicht förderlich. Eine neutrale Positionierung bietetsich aus unserer Sicht bei Value-Aktien an, das heißt zum Beispiel bei Titeln mit niedrigen Kurs-Gewinn-oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen. Die relative Stärkedieser Werte hat sich leicht erholt, und die Bewertungen bleiben attraktiv. Allerdingsunterstützt daswirtschaftliche Umfeld diesen Faktor nicht.“

Die aktuelle Einschätzung zu den einzelnen Stil-Faktoren im Überblick:
Stil-Faktoren lassen sich wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge auf drei Ursachen zurückführen: Einige kompensieren Investoren für höhere Risiken. Andere beruhen auf strukturellen Ursachen, etwa Marktregeln oder Anlagebeschränkungen von Investoren. Aus der damit verbundenen Unzugänglichkeit gewisser Marktsegmente für bestimmte Gruppen ergeben sich Chancen für Investoren mit größeren Anlagefreiheiten. Und schließlich gibt es Stil-Faktoren, die auf dem Anlegerverhalten beruhen – zum Beispiel Herdentrieben oder Panikverkäufen. Dies schafft Opportunitäten für Investoren mit Sichtweisen abseits des Mainstreams. Wie sich Stil-Faktoren idealerweise kombinieren lassen, wird in der akademischen Forschung lebhaft diskutiert. An den beiden äußeren Enden des Meinungsspektrums kristallisieren sich zwei Ansätze heraus: zum einen die statische Aufteilung des Vermögens, so dass jeder Faktor unabhängig vom Marktumfeld stets das gleiche Gewicht im Portfolio hat. Zum anderen der Versuch, Faktoren zu timen, also: dem Marktumfeld entsprechend den jeweils richtigen Zeitpunkt zum Ein-bzw. Ausstieg zu erwischen und so im Rahmen einer Faktor-Rotationsstrategie zueiner dynamischen Allokation zu gelangen. BlackRock zufolge lässt sich die Effizienz dieser beiden Ansätze weiter optimieren, gewissermaßen durch einen Mittelweg. Dieser besteht aus einer strategischen Gleichgewichtung der einzelnen Faktoren und wird entsprechend der Marktsignale um taktische Schwerpunkte ergänzt, wobei zu jeder Zeit in alle Faktoren investiert wird. Solche Rotationsstrategienbietenzwei potenzielle Ertragsquellen: erstens langfristige statische Faktorprämien im Rahmen eines breit aufgestellten Portfolios und zweitens Erträge, die sich aus den taktischen Schwerpunkten ergeben.Aufgrund dieses Potenzials sind Faktor-Rotationsstrategien bei Investoren zunehmend gefragt



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