Rendite außerhalb Europas

In Zeiten politischer Unsicherheit sind auch Immobilieninvestoren auf der Suche nach sicheren Häfen. Europa, USA und Asien-Pazifik sind drei Regionen, die stabile Anlagemöglichkeiten bieten.

Globales Handeln wird für Immobilien-Investment-Manager wichtiger, um Chancen und Risiken in ihren Portfolien auszubalancieren. Das hat das Jahr 2016 in besonderer Weise vor Augen geführt. Der Trend zur Internationalisierung der Immobilienwirtschaft wird sich auch 2017 fortsetzen. Grund dafür sind die häufig unerwarteten geopolitischen Veränderungen und die anhaltende Niedrigzinsphase, die Spielräume in ohnehin schon engen Märkten vielfach einschränkt.

Union Investment hat zwei große Vehikel, die eine globale Asset-Allokation im Auftrag privater Anleger ermöglichen: den UniImmo: Global mit einem Fondsvolumen von derzeit rund 3,1 Milliarden Euro und den UniImmo: Europa, der momentan ein Fondsvermögen von knapp 11,4 Milliarden Euro aufweist und auch außerhalb Europas investiert. Beide Fonds bieten Union Investment die Möglichkeit, das außereuropäische Portfolio weiter auszubauen.

Das Brexit-Referendum war 2016 eines der unter Investoren meistdiskutierten Themen. Es hat die geopolitischen Risiken in einem außergewöhnlichen Ausmaß veranschaulicht. Zumal die genauen Umstände und der zeitliche Rahmen des britischen Austritts aus der Eurozone noch immer unklar sind. Während sich einheimische und europäische Investoren auf dem britischen Immobilienmarkt tendenziell zurückhalten, gehen asiatische und einige amerikanische Investment-Manager verstärkt in die Offensive und hoffen auf Abschläge für Assets, die vor dem Austrittsreferendum überteuert waren. Union Investment geht davon aus, dass der Büromarkt London seine bedeutende Stellung behalten wird und Großbritannien insgesamt noch immer aussichtsreiche Investments bietet. Im Einzelfall müssen die Mieterstruktur eines Objektes und der lokale Mietmarkt genau analysiert werden. Risikomindernd wirkt es sich beispielsweise aus, wenn ein Objekt langfristig von staatlichen Organisationen genutzt wird. Auch von einem Rückgang des Tourismus und einem generellen Nachlassen der Kaufkraft ist momentan noch nicht auszugehen. Davon wären die Segmente Hotel und Einzelhandel betroffen. Darüber hinaus sind Bürostandorte wie Dublin, Glasgow und Edinburgh mehr als nur eine kurzzeitige Alternative zu London. Die Städte weisen einen Mangel an modernen Büroflächen auf und eröffnen dadurch Chancen.

Hinzu kommt, dass sich politische Risiken, beispielsweise nationalkonservative Bewegungen, nicht unmittelbar auf die Erfolgsaussichten einer international agierenden Immobilienwirtschaft auswirken müssen, wie die Beispiele Ungarn und Polen zeigen. So befindet sich der Büromarkt in Budapest derzeit in einem deutlichen Aufschwung mit ansteigenden Mietpreisen. In Polen wiederum sind es aktuell vor allem die Mittelstädte außerhalb der Hauptstadt wie Posen, Breslau, Danzig und Krakau, die für Büroinvestments interessant sind. Die Hauptstadt Warschau steuert jedoch tendenziell auf ein Überangebot an Büroflächen zu, bedingt durch den Bauboom der letzten Jahre. Polen bietet außerdem nach wie vor gute Bedingungen für Investments in Einzelhandelsimmobilien, da sich das Flächenangebot noch nicht mit der gestiegenen Kaufkraft der polnischen Bevölkerung deckt. Die Entwicklungen in Ungarn und Polen können auch Anleger beruhigen, die im Wahljahr 2017 ähnliche nationalkonservative Verschiebungen in Deutschland und Frankreich befürchten. In den engen, etablierten Märkten sind es vor allem Stadtentwicklungsprojekte, beispielsweise in München oder Paris, die das Interesse von Investoren auf sich ziehen werden.

USA als aussichtsreicher Standort

Auf der Suche nach langfristigen Anlagemöglichkeiten haben sich für europäische Investoren 2016 vor allem die USA als aussichtsreich erwiesen. Es gilt ähnlich wie in Europa: Die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten wird die Investmentbedingungen am größten gewerblichen Immobilienmarkt der Welt voraussichtlich nicht eintrüben. Union Investment rechnet mit einer eher wirtschaftsfreundlichen Politik. Insbesondere B-Städte wie Austin, Seattle, Minneapolis oder Atlanta bieten Chancen für Immobilieninvestments, aufgrund ihres dynamischen, nachhaltigen Wirtschaftswachstums. So hat Union Investment im abgelaufenen Kalenderjahr knapp 1,5 Milliarden Euro in den USA investiert, verteilt auf die Nutzungsarten Büro, Hotel und Einzelhandel. Atlanta ist ein Musterbeispiel für einen Immobilienstandort, der durch Innovationskraft und eine positive demografische Entwicklung einen wachsenden Bedarf an hochklassigen Büroflächen verzeichnet und damit für Bewegung im Investmentmarkt sorgt, aber weltweit gesehen selten in den Top-Rankings auftaucht. 60 Prozent aller amerikanischen Fintech-Unternehmen sitzen im Metropolraum Atlanta. Standortfaktoren wie die Anziehungskraft des Georgia Institute of Technology begünstigen diesen Trend. Die Bevölkerung im Midtown-Distrikt der Stadt ist seit dem Jahr 2000 um 49 Prozent gewachsen. Ähnliche Geschichten ließen sich für viele B-Städte in den USA erzählen, die Immobilien-Investoren aus der ganzen Welt anziehen. Darüber hinaus bleiben auch die Metropolen attraktiv; Standorte wie New York, Chicago, Los Angeles oder San Francisco gelten seit Jahrzehnten als sichere Häfen für Immobilienanlagen. Neben den USA bietet Mexiko ebenfalls einen attraktiven Büromarkt, vor allem in der Hauptstadt Mexico City.

In Australien wäre es kurzsichtig, nur die bekannteste Metropole Sydney zu beachten, obwohl ein Jones-Lang-LaSalle-Report (JLL) erst kürzlich einen Anstieg der Spitzenbüromieten in Sydney um 19,7 Prozent innerhalb eines Jahres ausgewiesen hat. Im selben Report aber sind für Melbourne Mietanstiege von 5,7 Prozent innerhalb eines Quartals vermerkt und die Standorte Brisbane, Perth und Adelaide bieten Investoren bei einer guten Objektselektion ein ähnliches Potenzial. //




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