Renditequelle Demografie

Die Zahl älterer Menschen wächst unaufhaltsam. Unternehmen, deren Aktivität auf eine alternde Gesellschaft ausgerichtet ist, weisen ein überdurchschnittliches Wachstum auf, das sich sogar noch beschleunigen wird.

In einem Umfeld mit schwachem Wirtschaftswachstum und niedrigen Zinsen suchen Investoren vermehrt nach neuen Renditequellen. Infrastruktur, ein anziehender Konsum in Schwellenländern, regenerative Energien und der demografische Wandel sind nur einige Beispiele, die Anleger für sich entdeckt haben. Die meisten Themen haben ihre individuellen Gesetzmäßigkeiten, Antriebskräfte und ihre einige Dynamik.

Es gibt kurzfristige Anlagethemen, bei denen die sich die Antriebskräfte im Zeitablauf abschwächen oder wegfallen. Dazu zählen einige regenerative Energien, wenn deren Erfolg maßgeblich von staatlichen Subventionen abhängt. Interessanter sind langfristige oder dauerhafte Anlagethemen, die auf unumkehrbaren und nachhaltigen Trends basieren. Ein Beispiel dafür ist die alternde Bevölkerung: Beim Demografiewandel handelt es sich um einen insbesondere in Industrienationen unumkehrbaren und sich sogar noch beschleunigenden Trend. Der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird in den nächsten 25 Jahren weltweit um mehr als zwei Prozent pro Jahr wachsen.

Startpunkt für den demografischen Wandel

Der Startpunkt für den demografischen Wandel war im 20. Jahrhundert. Dank des wissenschaftlichen Fortschritts, der Weiterentwicklung in der Medizin, einer besseren Hygiene und neuer Behandlungsmethoden ist die Kindersterblichkeit weltweit deutlich zurückgegangen. Zudem hat sich die Lebenserwartung eines Neugeborenen im letzten Jahrhundert global in etwa verdoppelt. 1909 lag die Lebenserwartung noch bei 33 Jahren, heute beträgt sie 68 Jahre – ein Gewinn an Lebenszeit von 35 Jahren in nur einem Jahrhundert.

Der deutliche Rückgang der Kindersterblichkeit hat zu einem dramatischen Anstieg der Weltbevölkerung während der letzten Jahrzehnte geführt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lag die Weltbevölkerung Schätzungen zufolge noch bei rund einer Milliarde Menschen und zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei 1,7 Milliarden, aktuell leben 7,3 Milliarden Menschen. Es ist zu erwarten, dass sich der Trend fortsetzt und die Sterblichkeit vor allem in den ärmsten Ländern der Erde weiter rückläufig ist. So wird einer Prognose der Vereinten Nationen zufolge die Weltbevölkerung im Jahr 2050 9,5 Milliarden und im Jahr 2100 10,8 Millionen Menschen erreichen.

Hervorzuheben ist zudem der plötzliche Rückgang der Geburtenrate. Zwischen 1950 und 2000 ist sie um annähernd 50 Prozent von fünf auf 2,5 Kinder pro Frau gefallen. Sozio-kulturelle Veränderungen, der bessere Zugang zu Bildung, die Urbanisierung und Fortschritte bei der Empfängnisverhütung waren dafür die wichtigsten Gründe.




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