Die besten Performer

Rohstoffe könnten sich 2018 als die am besten performende Assetklasse erweisen. Geopolitische Krisen, ein Ende der exzessiven US-Geldpolitik sowie eine Abkühlung am US-Aktienmarkt lassen die Nachfrage steigen. Jan van Eck, CEO von VanEck, kommentiert.

Geopolitische Risiken, das Ende der expansiven Geldpolitik und ein ins Stocken geratener Aufschwung am US-Aktienmarkt deuten einen Paradigmenwechsel auf den Investmentmärkten an. Damit schlägt die Stunde der Rohstoffe, die sich im laufenden Jahr als die am besten performende Assetklasse herauskristallisieren könnten. Interessante Investmentopportunitäten ergeben sich dadurch bei Rohstofftiteln, insbesondere im Energiesektor.

Unternehmen generieren Cashflows

Seit einigen Jahren unterlaufen Rohstoffunternehmen einen Rationalisierungsprozess und fokussieren sich stärker auf Aktionärsrenditen und Eigenkapital – mit dem Resultat guter Kurssteigerungen. Dieser Prozess erfasst nun auch Energieunternehmen. Hinzu kommt, dass Unternehmen im Energiesektor vom Investment- in den Erntemodus umschalten. Sie generieren konstante Cashflows, was zu Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufen führt. Nach deutlichen Kurssteigerungen bei Unternehmen im Edelmetallsektor und Bereich der Basismetalle 2016 und 2017 sind nun Energieunternehmen auf dem Vormarsch. Vor allem Dienstleister im Ölsektor werden derzeit mit einem Abschlag gehandelt. Die Leistungsvarianz zwischen der Performance dieser Titel und den Variablen Ölpreis und US-Aktienmarkt ist nahe dem historischen Tiefststand von 2001. Hierdurch bieten sich für Investoren spannende Investmentopportunitäten.

Vorsicht hingegen sollten Anleger derzeit bei Sachwertanlagen wie Immobilien oder Infrastrukturinvestments walten lassen, da diese besonders sensibel auf ein höheres Zinsumfeld reagieren. Wir gehen von einem Anstieg der Zinsen für zehnjährige US-Treasuries auf 3,5 Prozent aus. Neben angespannten Arbeitsmärkten treibt das wachsende US-Haushaltsdefizit, das auch im Fiskaljahr 2019 wirkt, den Zinsanstieg: Höhere Haushaltsdefizite führen zu verstärkten Staatsanleiheverkäufen durch die US-Regierung, wodurch die Anleihekurse sinken und die Renditen steigen. Hinzu kommt, dass die Federal Reserve sehr viel Vertrauen in die fortlaufende Normalisierung der Geldpolitik besitzt und diese Politik fortführen wird.

Anleihen bieten interessante Chancen

Für Europa ist mit einem leichten Dämpfer des Wirtschaftswachstums zu rechnen. Hierzu trägt nicht nur die langsame Normalisierung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) bei, sondern auch die US-Steuerreform mit der Absenkung der Unternehmenssteuer auf 20 Prozent: Unternehmen werden ihre Geschäftsaktivitäten sicherlich entsprechend umstellen müssen. Auch wenn das kein erhebliches Risiko für das Wirtschaftswachstum in Europa darstellt, sollte man die weitere Entwicklung hier im Auge behalten.

Mit Blick auf die Investmentopportunitäten in den Schwellenländern empfehlen wir einen differenzierten Blick auf Aktien- und Anleihemärkte. Auf der Anleiheseite sehen wir zwar kurzfristig etwas Druck auf Schwellenländeranleihen. Der Anstieg der Zinsen und das daraus resultierende Kreditrisiko aber machen die Assetklasse für Investments weiter attraktiv. Und auch die Aktienmärkte der Schwellenländer bieten gute Investmentmöglichkeiten. Die Gewinne sind hier noch immer gut und die Entwicklung der Cashflows positiv. Und letztlich ist es das, was die Kapitalmärkte treibt.




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