Rohstoffpreise unter dem Einfluss der Geopolitik und der Notenbanken

Dr. Dora Borbély

Rückblick: Die erneute Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China beherrscht zurzeit die Rohstoffmärkte. Die Entwicklung der Rohstoffpreise steht unter dem Einfluss der Zunahme der Handelsbarrieren, die eine Abschwächung des Welthandels, und damit auch der weltwirtschaftlichen Wachstumsdynamik sowie der globalen Rohstoffnachfrage nach sich zieht.

Das erklärt den jüngsten scharfen Rückgang der Energierohstoffpreise. Dass das gesamte Segment der Industriemetalle im Preis leicht zulegte, resultiert nur aus der Verteuerung von Blei und insbesondere von Nickel. Klare Gewinner an den Rohstoffmärkten waren jüngst die Edelmetalle.

Ausblick: Für die Edelmetallpreise bedeutet die Kehrtwende in der Geldpolitik auch längerfristig veränderte Perspektiven. Der Ausblick auf steigende Zinsen hat sich auf unbestimmte Zeit in die Zukunft verschoben. So dürfte Gold auf absehbare Zeit von den niedrigen Zinsen und der Flucht in sichere Anlagehäfen profitieren. Für die übrigen Rohstoffe wird es darauf ankommen, wie stark die weltwirtschaftliche Dynamik noch abkühlt.

Vor allem die Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der drohende Brexit belasten. In der Konsequenz erwarten wir nicht nur in diesem und im nächsten Jahr ein äußerst bescheidenes Expansionstempo der Weltwirtschaft, sondern auch weit darüber hinaus. So dürfte die globale Nachfrage nach Rohstoffen längerfristig so moderat bleiben, dass sie ohne Verspannungen durch das Angebot bedient werden kann.




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