Sechs auf einen Streich

Städte ächzen unter dem steigenden Verkehrsaufkommen. Carsharing könnte die Lösung sein, denn ein Auto, das gemeinschaftlich genutzt wird, ersetzt mehr als sechs privat genutzte. Das Geschäft mit den geteilten Wagen wächst.

Schon vor 16 Jahren, zum Jahrtausendwechsel und der Geburtsstunde Zipcars, boomte die Urbanisierung. Ein Trend, der bis heute anhält; deutlich geändert hat sich in der Zwischenzeit, wie wir Städte erleben. Im Jahr 2000 war an Smart Cities nicht zu denken, Smartphones existierten noch nicht und selbst das Senden einer MMS an ein Handy mit Farbbildschirm war undenkbar.

2000 gab es nur zwei Städte mit einer Bevölkerung von über 20 Millionen. Heute gibt es davon bereits zehn. 3,9 Milliarden, die Mehrheit der Weltbevölkerung, lebt in Städten. Vorhersagen erwarten, dass dieser Wert bis 2050 auf 6,3 Milliarden ansteigen wird. Das Leben in der Stadt wird gedrängter und stressiger und die Infrastruktursysteme, die die Mobilität ermöglichen, drohen der Belastung nicht standzuhalten.

Nachfrage nach Nachhaltigkeit

Und genau aus dieser Notwendigkeit heraus, eine pragmatischen Ansatz für die urbane Mobilität zu finden, entstand Zipcar, in einem Café in Cambridge. Das war 2000, die Sharing Economy existierte noch nicht einmal als Idee, aber Carsharing demonstrierte den Willen, Dinge anders anzugehen. Zipcars Wachstum beweist die Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen und Produkten, die in den geschäftigen Alltag passen. Das „Time-Magazine“ hat Gemeinschaftskonsum 2011 als eine der zehn Ideen genannt, die die Welt verändern werden.

Die Möglichkeit, Produkte und Dienstleistungen zu nutzen, ohne die vollen Kosten des Eigentums tragen zu müssen, hat den Alltag erleichtert. Die Finanzkrise 2008 hat die Konsumenten am härtesten getroffen. Unsicherheit und finanzielle Engpässe haben ein verstärktes Nachdenken über die effiziente Nutzung von Ressourcen bewirkt. Das Internet und der Fortschritt in der Mobilfunktechnologie ermöglichen das Wachstum des Gemeinschaftskonsums. Technologie durchdringt den Alltag; Smartphones und Tablets beschleunigen nicht nur die Sharing Economy, sondern sind gleichzeitig wesentlich für den Aufbau von Gemeinschaften in fortschrittlichen Städten.

Städte brauchen Infrastruktur-Mix

Städte benötigen eine Vielfalt an Transportmitteln, um die Lebensqualität zu steigern, Carsharing gehört schon jetzt in diesen Mix. Das Wachstum des Netzwerks wird Prognosen zufolge um ein Drittel pro Jahr wachsen, bis 2024 werden 23,4 Millionen Mitlieder weltweit erwartet, 6,1 Millionen davon in Europa. Zipcar allein ist in 500 Städten in neun Ländern und drei Kontinenten vertreten. Eine Million Carsharing-Nutzer reduzieren die Zahl der Autos auf den Straßen um 413.000. Der Grund liegt auf der Hand: Mitglieder von Carsharing-Netzwerken besitzen mit geringerer Wahrscheinlichkeit ein eigenes Auto oder verkaufen es sogar, zudem fahren sie durchschnittlich ein Drittel weniger als Autobesitzer. Ein Carsharing-Fahrzeug ersetzt mindestens sechs Privatwagen.




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